Sonntag, 5. Januar 2014

Glühlampe, oder was?

Huch, schon so lange kein neuer Beitrag – na dann wäre es ja vielleicht ein guter Vorsatz für 2014, mal wieder mehr zu schreiben. Und so soll es hier gleich losgehen ;)

LED-Leuchtmittel waren bei mir ja schon einmal ein Thema, auch wenn der Beitrag inzwischen drei Jahre alt ist. Damals waren LEDs allerdings noch nur begrenzt eine Alternative – die wenigsten Lampen waren vernünftig dokumentiert, vieles technisch schlicht Schrott, die Preise meist gesalzen und die Vorteile gegenüber ESLs bei Optik und Wirkungsgrad eher bescheiden.

Doch das hat sich inzwischen geändert! Der neuste Trend heißt "Glühfaden-LED". Die Dioden sind dabei langgestreckte Bauteile, die wie ein Glühfaden frei zwischen den Kontakten hängen. Die ganze Lampe sieht dadurch aus, als wäre es eine alte Glühlampe. Dazu haben diese LEDs auch noch einen Wirkungsgrad von rund 100 lm/W.

Das konkrete Modell auf dem Bild links stammt von dem Hersteller "Dotlux" (da man die Website vergessen kann, verlinke ich gleich auf das Angebot bei Amazon) und kostet 15€. 400 lm bei 4 W und eine meiner Meinung nach recht gute Farbwidergabe (deutlich besser als die angegebenen "Ra > 80" erhoffen lassen) machen das Ding zu einem guten Ersatz für 40-W-Glühlampen an solchen Stellen, wo das Erscheinungsbild einer ESL nicht wirklich passt. Die Maße sind übrigens so identisch, dass man die Glühlampe gleich in dem Kunststoff-Einsatz entsorgen könnte, in dem die LED geliefert wird.
Ähnliche Modelle (inklusive einiger Kerzenformlampen) gibt es sowohl von diesem wie auch von anderen Herstellern, zum Teil wird die Sache allerdings dann teuer.

Aber teuer? Wenn die angegebenen 25.000 Stunden zutreffen, hat sich das mit teuer. Alleine die 4 W sparen gegenüber einer ESL (die hätte bei gleicher Helligkeit 8 W) über die lange Zeit 100 kWh oder bei heutigen Preisen 25€. Und dann hat man sich wohl auch noch zwei bis drei Lampenkäufe gespart, was weitere rund 10€ wären. Nachdem bei Leuchtmitteln gemeinhin mit 1000h/Jahr gerechnet wird, ist das allerdings eine ausgesprochen langfristige Rechnung. Bei ungefähr 1,50€ Einsparung pro 1000h Leuchtdauer reicht allerdings wenig mehr als die typische Lebensdauer einer ESL schon aus, um den Mehrpreis wieder drin zu haben.

Und wie sieht die Zukunft aus? Nun, auch wenn 100 lm/W im Vergleich zu anderen haushaltsüblichen Leuchtmitteln schon ein sauguter Wert sind, so erzeugen selbst diese LEDs immer noch mehr Wärme als Licht; hier ist also noch viel Potential. Inzwischen gibt es erste LED-Module (noch nicht als fertiges Leuchtmittel), die einen Wirkungsgrad von 200 lm/W haben. Als Laborobjekte gibt es gar bereits Modelle mit 275 lm/W, was an die physikalischen Grenzen der Leichterzeugung (bei für diese Angaben verwendetem tageslichtweißem Licht 350 lm/W) heranreicht – für warmweißes Licht ist dagegen schon bei etwa 250 lm/W die Grenze erreicht. Damit sind wir von heißen Drähten, deren Glühen als nützliches Abfallprodukt auch ein wenig (5%) Licht produzieren zu wirklichen Lampen mit einer maximal leichten Erwärmung gekommen. Als netter Nebeneffekt können so die unschönen Kühlkörper, die einige leistungsstarke LED derzeit noch besitzen, wegfallen oder zumindest deutlich schrumpfen. Auch wird man sich sowohl über heiße Leuchtmittel wie auch über den Energiebedarf von Beleuchtungen wohl zukünftig kaum noch Gedanken machen müssen.

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