Donnerstag, 30. Mai 2013

Computer 2030

Ich habe mir einmal darüber Gedanken gemacht, wie wohl unsere Computer im Jahr 2030 (willkürliche Zahl, aber runde Zahl und gut 15 Jahre in der Zukunft halt) aussehen werden. Dabei geht es mit nicht um irgendwelche wilden Visionen, sondern um das Fortsetzen aktueller Entwicklungen.

Grundsätzlich wird es wohl auf ein zentrales "Gehirn" herauslaufen, welches mit diversen Ein- und vor allem Ausgabegeräten interagiert, die an diversen Stellen in unseren Alltag integriert sind. Dieses "Gehirn" sorgt dafür, dass alle Daten und alle Anwendungen überall in der gleichen Form zur Verfügung stehen und man auch jederzeit von einem Standort zum anderen wechseln kann. Ein Grundsatz ist zudem, dass das Datennetz zur einzigen erforderlichen Infrastruktur wird.

Das besagte "Gehirn" wird wahrscheinlich für die meisten Nutzer ein relativ großes (5-6") Smartphone sein, dass Unterwegs praktisch alle Aufgaben auch alleine erledigen kann. Über den Funktionsumfang heutiger Smartphones hinaus wird das Gerät wahrscheinlich einen ganzen Zoo an Sensoren haben – Ansätze hiervon sind bei Samsungs Galaxy S4 sehr schon zu finden und man fühlt sich durchaus an den Tricorder aus Star Trek erinnert. Es ist anzunehmen, dass das Gerät auch den Hausschlüssel und EC-Karte (-> NFC) und sämtliche Ausweise ersetzen wird – der Sensoren-Zoo sollte über mehrfache Biometrie Möglichkeiten finden, einen Diebstahl praktisch unmöglich zu machen. Zu einer Alternative kommen wir später noch…

Das Gerät wird vermutlich keinerlei Kabelanschlüsse mehr haben, denn Datenübertragung erfolgt per Funk (WLAN und Bluetooth kennt man; für das Bild kommt noch ein Wireless HDMI dazu) und zum Laden dienen kabellose Standards – alles heute schon da; muss nur mal jemand so konsequent umsetzen. Dadurch sind diese Geräte ohne Probleme komplett wasserdicht zu kriegen – darum muss man sich also keine Sorgen mehr machen.Auch eine Solarzelle auf der Rückseite oder sogar als Ebene unterhalb des transparenten Displays wäre eine denkbare Energiequelle.

Das Netz zur Außenwelt wird dabei eine Weiterentwicklung unserer heutigen Datennetze sein: Die Idee, dass alles ein redundanter Knoten ist, wird heute noch an der Schnittstelle des eigenen Gerätes mit dem Internet unterbrochen – hier gibt es eine exklusive Verbindung. Dies ist technisch aber keineswegs erforderlich; vielmehr bucht sich das Gerät der Zukunft in diverse Netze gleichzeitig ein und nutzt diese als Ausfallschutz oder sogar zusätzliche Bandbreite. Eine generelle End-to-End-Verschlüsselung wird dabei freilich selbstverständlich sein.

Tablets sind schon heute technisch enge Verwandte zu den Smartphones und dies werden sie auch bleiben – diese Geräteklasse übernimmt alle "semimobilen" Anwendungen, also immer dann, wenn das eigentliche Smartphone zu klein; ein stationärer Bildschirm aber zu stationär ist. Die Geräte werden im Gegensatz zu heutigen Tablets aber wohl strohdoof sein und entweder das Bild vom "Gehirn" anzeigen (man darf sich hier gerne an das Asus PadFone erinnern) oder für dieses als Tastatur dienen – wobei wer will natürlich auch eine Tastatur mit mechanischen Tasten verwenden kann. Und dann ist da noch die Möglichkeit der Spracheingabe, die sicherlich ein Niveau erreicht haben wird, dass eine vernünftige Eingabe ermöglicht – hierbei dürfte allerdings ein Gag aus Futurama Realität werden, denn die französische Sprache (in der ungefähr 2 von 3 Lauten stumm sind) dürfte sich hierfür wenig eignen. ;)

Die dritte Stufe sind dann wie schon angedeutet die stationären Bildschirme. Diese unterscheiden sich nicht nennenswert von dem Tablet, nur dass sie eben deutlich größer und dafür fest aufgestellt sind. Denkbar wäre, dass sie "ausgeschaltet" als Bilderrahmen fungieren. Das Koppeln wird wahrscheinlich funktionieren, indem man beide Geräte dicht aneinander hält und dann auf dem "Gehirn" eine Taste drückt, die zum Verbinden dient; denkbar wäre aber auch ein gewisses Mitdenken (schleppt man das Ding extra in einen Raum, will man dort wohl länger was machen).

Ein Sonderling unter diesen Displays ist der Nachfahre des heutigen Fernsehers – selbiger ist nun kein mehr oder weniger großer Kasten, den man sich irgendwo vor die Wand stellt oder hängt, sondern er ist praktisch die Wand selbst. Warum sollte es da irgendeine Begrenzung in den Abmessungen geben? Wo auf dieser Fläche irgendein Bild angezeigt wird, kann man dann einstellen – dank OLED sind die inaktiven Bereiche komplett schwarz, so dass man auch nicht mehr an irgendein spezielles Bildformat gebunden ist. Wenn dann während eines Films ein Anruf kommt, kann der Film (wenn auch ohne Ton) weiter laufen, während daneben das Fenster für das Bildtelefon läuft. Oder man pflanzt sich bei einer Sportübertragung die Statistik in eine Ecke neben dem eigentlichen Bild. Man stelle sich vor: Formel-1 auf 2m Bildbreite gucken und statt des Kürzel-Laufbandes unten hat man daneben noch Platz für den Zwischenstand mit entzifferbaren Namen :)

Zu Rechnen gibt es hier natürlich auch genug und das "Gehirn" hat als mobiles Gerät natürlich nur eine begrenzte Leistung. Das macht aber nichts, denn die ganze Rechnerei verlagert man einfach auf einen dezidierten Numbercruncher, der nichts anderes zu tun hat, als rechnen und dem "Gehirn" die Daten für die Ausgabe zu übergeben. Auf ähnliche Weise wird natürlich auch die Audio-Anlage angesprochen (Bluetooth-Audio gibt's schon heute) und auch diverse Steuergeräte im Bereich der Haus-Automatisierung lassen sich in das System einbetten – diese sehe ich derzeit noch als das größte Geheimnis an der ganzen Sache.


Ganz oben hatte ich schon angedeutet, dass zu dem Smartphone auch noch eine Alternative möglich wäre. Wie schon deutlich wurde, braucht man eigentlich nur noch dieses eine Gerät, welches den ganzen Krempel ersetzt, den man sonst so mit sich herumträgt – da wäre es durchaus eine Überlegung wert, wie man auch dieses nicht mehr "herumtragen" muss. Einen Ansatz bietet bereits Googles Datenbrille, wo das herumtragen schon weniger drastisch ist – der nächste logische Schritt wären Implantate in den Körper selbst. Ich denke allerdings, dass diese Idee bei vielen auf Skepsis stoßen wird, so dass die Mehrheit wohl beim klassischen Smartphone bleiben wird – oder lieber nur wie ein Borg aussehen, denn sich ihm zu nähern, indem man die Google-Brille verwendet.

Dienstag, 9. April 2013

Fünf-Punkte-Plan für Deutschland

Ich möchte einmal fünf bewusst ziemlich radikale Forderungen aufstellen, wie man den sozialen Frieden in Deutschland verbessern kann – das ganze kann man getrost als einen Gegenentwurf zu den Geschrei selbsternannter "Alternativen" betrachten. Die fünf Punkte sind dabei nicht gewichtet, sondern einzig in der Reihenfolge entstanden, wie sie mir eingefallen sind.
  • Als erstes brauchen wir eine faire Bezahlung jeglicher Arbeit.  Das heißt ein Mindestlohn von z.B. 7,50€ (kann man später immer noch erhöhen; es braucht erstmal nur überhaupt eine Untergrenze). Dieser Betrag gilt für _absolut alles_; 1€-Jobs und co werden also abgeschafft und ab dem ersten Cent besteht Sozialversicherungspflicht (da diese Abgaben komplett proportional im Lohn sind, entstehen auch keine weiteren Kosten). Am oberen Ende werden alle "Beitragsbemessungsgrenzen" abgeschafft, so dass man sich auch an diesem Ende keine Gedanken machen muss. Dazu wird die Grundsicherung für Arbeitslose oder Personen, die sonst nicht auf diesen Betrag kommen (wobei letzteres rechnerisch recht selten wird) auf 500€ (runde Zahl, zuzüglich eventueller Mietzuschüsse) festgelegt. Dieser Betrag kann nicht gekürzt werden – einzige Ausnahme: Eine Person wurde von einem Gericht wegen Schwarzarbeit verurteilt; dann muss in dieser Zeit bezahltes zuzüglich Zinsen zurückgezahlt werden. Die Kosten, die diese Grundsicherung verursacht, sind vom Staat detailliert offenzulegen – Hintergrund hier ist die vermutlich schnell entstehende Überraschung, wie wenig das ist.
  • Damit sind wir auch schon dem zweiten Punkt, nämlich wesentlich mehr Transparenz und Bildung. "Betriebsgeheimnisse" dürfen kein staatlich geschütztes Gut mehr sein – wenn ein Unternehmen mit dem Staat Geschäfte machen will, sind diese Verträge _vor_ ihrem Inkrafttreten zu Veröffentlichen. Auch die anderen Ausgaben des Staates müssen *detailliert* veröffentlicht werden – im Falle der obigen Grundsicherung muss so ersichtlich sein, wie viel Geld jede einzelne Kommune für diese, für die Mietzuschüsse und für "interne" Kosten ausgibt. Im Gegenzug dazu ist das Bildungssystem soweit zu überarbeiten, dass nahezu jeder in der Lage ist, zumindest die Grundzüge der Wirtschaft zu verstehen und auch in einigen Bereichen gewisses Sicherheits-Verhalten gelehrt wird (Selbstverteidigung im Sport-Unterricht, Grundregeln der IT-Sicherheit in Computerkursen, Einbruchschutz kann man sicherlich in der Physik unterbringen, Deeskalationstechniken in Reli/Ethik etc). Der Einbruchsschutz mag hier albern klingen, allerdings sind etwa 40% aller Straftaten (und 2/3 der nicht aufgeklärten) Diebstahlsdelikte…
  • Als nächstes müssen wir dringend einmal unser Strafrecht von polizeilichen "Beschäftigungstherapien" befreien – es kann nicht sein, dass sich die Polizei und sogar Gefängnisse (!) zu Großteilen mit Kiffern (da gibt's den Irrsinn, dass jede Kleinstmenge zwar zu keiner Strafanzeige führt, wohl aber vernichtet wird und natürlich ein Bericht geschrieben werden muss), Schwarzfahrern, Beleidigungen (210k Fälle – man staunt, wie viele Leute für ein "Arschloch" vor Gericht ziehen…) und ähnlichem Kram beschäftigen müssen und für Straftaten, bei denen wirklich anderen Personen ein Schaden zugefügt wird mehr Zeit bleibt. Zudem verursachen viele dieser Delikte erst andere Delikte (bestes Beispiel Beschaffungskriminalität, aber auch der berühmte "Reiz des Verbotenen"). Es gibt sicherlich noch jede Menge mehr solcher Delikte…
  • Nach Volksabstimmungen wird oftmals gerufen, ich muss allerdings zugeben, hier und da doch skeptisch zu sein, ob solche nicht schnell zu Einschränkungen für Minderheiten führen. Weitaus unkritischer, dafür aber auch ein Reizthema sind Bauprojekte, die sich sicherlich für Volksabstimmungen eignen. Abstimmen sollte dabei Grundsätzlich jeder, der entweder von dem Objekt betroffen ist oder das ganze mit zahlen soll. Wer in beide Gruppen fällt, dessen Stimme sollte dann auch doppelt zählen. Danach sollte das Geschrei über "Geldverschwendung" deutlich abnehmen und so mancher Politiker ein Problem bekommen, sich "ein Denkmal zu setzen".
  • Ein weiteres Thema, über dass ich mich gerne aufrege, sind "Staatsgebühren" – also irgendwelche festen Geldbeträge, die jeder Bürger zahlen muss, weil es der Staat gerne so hätte. Ein einfaches Beispiel ist der Personalausweis, für den man alle 5-10 Jahre Geld zahlen _muss_. Noch schlimmer ist die derzeitige Situation bei der Krankenversicherung, wo Personen ohne sozialversicherungspflichtige Arbeit eine Pauschale zahlen, die einem Einkommen von 1000€ entspricht! Solche Dinge sollten grundsätzlich steuerfinanziert werden, was bedeutet, dass Leute, die wenig oder gar kein Einkommen haben auch wenig oder gar nichts dafür zahlen. Natürlich soll der Staat nicht für verschlampte Ausweise aufkommen müssen, aber der Ersatz eines abgelaufenen ist kein Verschulden des Bürgers, so dass dieser dafür auch nicht aufkommen muss.