Donnerstag, 11. August 2011

Soziale Netze im Vergleich

Nachdem ich nun bei Twitter, Facebook und Google+ aktiv bin, möchte ich einmal über die Unterschiede dieser Netze schreiben – dabei geht es mir weniger um die technischen Möglichkeiten als darüber, wie man "mit diesen arbeitet".

Twitter hat einen gewissen "Fire&Forget"-Charakter: Ob der eigene Beitrag Beachtung findet, ist nur schwer zu erkennen. Man kann natürlich nach den Retweets suchen, aber das ist auch alles – ob ein Beitrag 1 oder 50 Favoriten-Klicks hat, ist dagegen nicht ersichtlich. Auch ist systembedingt keine Diskussion über die Beiträge möglich. Dafür ist die Zahl der Beiträge selbst umso höher: So manch einer feuert im 5-Minuten-Takt irgendeinen Satz raus, was bei den anderen Netzen als "Spam" gelten würde und die potentielle Zahl der Leser ist sehr hoch. Praktisch wird den einzelnen Beitrag trotzdem kaum jemand lesen, denn dafür sind es einfach viel zu viele Beiträge.

Facebook ist hier deutlich interaktiver: Die Beiträge können kommentiert werden und man erkennt, wie viele Leute sie irgendwie besonders fanden (das "gefällt mir"). Dafür richtet sich de facto jeder Beitrag an einen geschlossenen Kreis weniger Leute. Wen man nicht selbst in diesen aufgenommen hat, der kann sich nicht beteiligen – das Netz ist eben darauf ausgelegt, mit seinen Freunden (wie weit der Begriff hier gedehnt ist, war zuvor Thema) zu kommunizieren; mit all seinen Vor- und Nachteilen. Es ist hierbei durchaus möglich, alle Beiträge zu lesen, die das Umfeld so geschrieben hat.

Google+ ist hierbei eine Art Mittelweg. Man kann jedem folgen und jeder kann einem folgen – wie bei Twitter. Von Facebook wurde dagegen der "Lobzähler", hier "+1" genannt und die Möglichkeit, die Beiträge zu kommentieren übernommen. Das Ergebnis dieser Kombination finde ich persönlich das beeindruckendste an Google+: Zu praktisch jedem Beitrag von fast egal wem entsteht eine echte und oft umfangreiche Diskussion – und das eben nicht im "geschlossenen Kreis", sondern mit sehr sehr vielen Leuten. Gegenüber Twitter fehlt dafür eine Option die Beiträger *aller* Nutzer zu einem bestimmten Schlagwort zu suchen. Gegenüber Facebook dagegen vor allem die zahlreichen Nebenfunktionen wie Nachrichten und Spiele.

Ob man nun bei Twitter oder bei Google+ mit einem Beitrag mehr Leute erreicht, ist sicherlich mehr eine soziale als eine technische Frage. Mehr Feedback bekommt man bei Google+ allemal und die oft nervige 140-Zeichen-Grenze bleibt einem auch erspart. Und Facebook? Das war nie dazu gedacht, mit Fremden zu kommunizieren.

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