Samstag, 25. Dezember 2010

Wenig Wintertaugliches

So mancher automobiler Traum ist wohl nur in 1:18 oder noch kleiner wirklich erfüllbar - nun, zwei dieser Träume wurden mir zu Weihnachten erfüllt. Interessant ist aber auch der Hintergrund dieser Modelle…

Der erste Neuzugang ist der Mercedes-Benz 300S Cabrio A (W188) der Jahre 1952 bis 1955 in 1:18 von Welly.

Der W188 war damals noch über der üblichen S-Klasse angesiedelt und war technisch wie auch optisch mit dem 'Adenauer-Mercedes', dem W186 verwandt. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 3-Liter-Reihensechszylinder mit 150 PS. Ein normaler Mercedes jener Zeit hatte gerade einmal ein Drittel bis maximal die Hälfte dieser Leistung! So konnte der W188 dann auch auf damals gewaltige 176 km/h beschleunigt werden. Wenn das heute ein Kleinwagen nicht schafft, reden alle von "untermotorisiert"… Ob seiner konservativen Karosseriegestaltung ist der Wagen im Vergleich zum legendären 300 SL weitgehend unbekannt.

Das Welly-Modell war mir bis vor kurzem völlig unbekannt, auf der Hersteller-Website ist das Modell nicht mehr zu finden. Zu unrecht, denn hier ist ein nicht nur für das übliche Welly-Preisniveau sehr gelungenes Modell entstanden.



Der zweite Neuzugang ist dann wirklicher absoluter Luxus. Ein Mercedes-Benz 500 K Spezialroadster (W29), wie er von 1934 bis 1936 gebaut wurde, umgesetzt von Maisto.

Angetrieben wurde der 500K von einem 5-Liter-Reihenachtzylinder mit Kompressor. Dieser gewaltige Motor bringt dem Wagen für die damalige Zeit gigantische 160 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Im Heck des Wagens befinden sich zwei Notsitze, die ungefähr so sicher sind wie sich draußen an einem Bus festzuhalten – von der sportlichen Herausforderung, in diese hinein zu gelangen einmal ganz abgesehen. Alternativ wird das Gepäck an gleicher Stelle oben auf das Fahrzeug geschnürt. Das Fahrzeug wirkt übrigens nicht nur gewaltig, es ist auch lang: rund 5,2m für eigentlich nur zwei Sitze ohne einen Kofferraum sind schon ziemlich dekadent. Der Kaufpreis entspricht dann auch Inflationsbereinigt und umgerechnet etwa 100.000€.

Maisto hat das Fahrzeug praktisch exakt in der Form umgesetzt, wie es im Mercedes-Benz-Museum steht - in feuerrot mit hellbeiger Inneneinrichtung und ohne ein optisch störendes Verdeck. Allgemein gleicht kaum ein W29 dem anderen, auch die weiße Version von Maisto weicht schon leicht ab: Als Dienstwagen eines indischen Maharajah führt der Wagen zwei weitere Reservereifen bei den vorderen Kotflügeln mit.

Einen Nachteil teilen sich beide Autos aber auf jeden Fall: Sie sind für das aktuelle Wetter nicht so wirklich ideal. ;)

Keine Kommentare: