Sonntag, 14. November 2010

Schlechte Tipps zur Wikipedia

Eigentlich haben Universitäten ja etwas mit Wissen zu tun und stehen in dem Ruf, mehr über Dinge zu wissen, als dies Laien tun. Dass dem nicht immer so ist, muss jetzt ein Projekt der Viadrina Universität Frankfurt/Oder beweisen, welches sich "Wiki-Watch" nennt und wohl die Wikipedia mehr oder weniger kritisch beobachten will.

Dieses Projekt hat nun eine Seite mit Tipps veröffentlicht, wie man denn damit umgehen solle, wenn man dort "persönlich diffamiert" wird. Wer hier das meist wichtigste, nämlich eine Aufforderung zur Selbstkritik vermisst oder eine dringende Warnung vor dem Streisand-Effekt, sieht sich enttäuscht. Es werden mehr oder weniger sinnlose Eskalationsstufen genannt, mit denen man das Problem nach deren Meinung angehen könne. Garniert mit offensichtlicher Unverständnis der Wikipedia.

Also hier einmal meine Version des ganzen:
  • An erster Stelle muss hier die Selbstkritik kommen. Wird hier irgendeine Jugendsünde breit getreten, mag man sich darüber erst einmal ärgern – macht man jetzt aber Terz, wird diese in den entsprechenden Medien erst richtig breit getreten. Bei vielen Leuten kommt man weitaus besser an, wenn man zu seinen Fehlern steht. Wenn der Text in Wikipedia sich auf andere Medien beruft, ist Wikipedia sowieso der völlig falsche Adressat für eine Beschwerde!
  • Wenn die Formulierungen es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, sollte man (vorzugsweise mit Quellen garniert) das ganze selbst korrigieren. Dabei braucht man sich übrigens nicht zu erkennen zu geben. Auch hier hilft es, den vorgenannten Punkt zu beachten: Lieber eine negative Geschichte richtig dargestellt in Wikipedia als ein Löschversuch, bei dem dann die falsche Version durchs Netz geistert.
  • Wenn das nicht fruchtet, geht man zur Diskussionsseite über und legt hier dar, was man geändert haben will – gleich auf die Diskussionsseite zu gehen, wird hingegen oft mit "mach doch selbst" kommentiert oder gleich ganz ignoriert. Auch hier kann man noch anonym bleiben. Erfahrungsgemäß kommt hier nach manchmal nicht immer ganz einfachen Diskussionen ein tragbares Ergebnis heraus.
  • Sich an einen Admin zu wenden, ist eine GANZ schlechte Idee, denn diese sind nicht dazu da, über "richtige" oder "falsche" Inhalte zu entscheiden. Insofern kann dieses durchaus zu einer Sperrung des eigenen Accounts oder des Artikels in der einem unpassenden Version führen.
  • Im Falle _eindeutiger_ Verletzungen des Persönlichkeitsrechts, die in dieser oder ähnlicher Form bereits durch ein Gericht gegenüber irgendwelchen Medien festgestellt wurden, hilft es sich an das Support-Team zu wenden. Dieses hat ausdrücklich die Aufgabe, sich um solche Fälle zu kümmern.
  • Wird ihre Bitte hier abgelehnt, empfehle ich noch einmal den ersten Schritt zu wiederholen; zur Not auch den zweiten und dritten.
Eine Klage wird hier bewusst nicht als Lösungsweg aufgezeigt, da diese keine Lösung ist. Solche Fälle führen lediglich zu dem sogenannten "Streisand-Effekt", nach dem die ganze Geschichte jetzt erst richtig in den Blogs und Medien breit getreten wird. Wie von dem Universitätsprojekt korrekt dargestellt, sind Klagen gegen Wikimedia Deutschland rechtlich unwirksam.
Klagen gegen die Wikimedia Foundation in San Francisco, Kalifornien, USA dürften ob der dortigen Gesetze zur Meinungs- und Redefreiheit aussichtslos sein. Man muss sich nur einmal Wahlkampf in den USA ansehen, um zu wissen, dass Verleumdungen dort nicht einmal gesellschaftlich geächtet sind.

Freitag, 12. November 2010

Hybridautos

Ich will an dieser Stelle einmal versuchen, eine kleine Liste von in Deutschland erhältlichen Hybridautos zusammen zu stellen – es gibt da nämlich inzwischen einiges; auffallend oft von japanischen Herstellern…

Kleinwagen
Bei Kleinwagen zählt derzeit vor allem der Preis und die Fahrzeuge sind auch so schon sehr sparsam. Entsprechend gibt es bisher hier noch keine Hybridmodelle, eine Version des Honda Jazz ist aber für 2011 geplant. Einen Verbrauch hat man noch nicht verraten.

Kompaktklasse
In keiner Fahrzeugklasse sind die Stückzahlen so groß. Entsprechend groß ist das Angebot an konventionellen und nicht ganz so konventionellen Hybridfahrzeugen.
  • Der Klischee-Hybrid schlechthin ist der Toyota Prius (3,9l). Ob der Wagen mit seinem ungewöhnlichen Buckelheck nun in die Kompakt- oder in die Mittelklasse gehört, streiten sich die Geister gerne; auf jeden Fall ist er mit 4,45m irgendwo dazwischen.
  • Sehr ähnlich konzipiert, aber in der Länge "typisch Kompaktklasse" ist der Honda Insight (5l)
  • Ganz klassische Kompaktklasse ist der Toyota Auris (3,8l). Zum Jahreswechsel kommt zudem der Lexus CT (ebenfalls 3,8l).
  • Ein Sportcoupé gibt's auch noch, den Honda CR-Z (5,0l).
  • Ebenfalls in diese Klasse gehört der Chevrolet Volt bzw. der Opel Ampera, die als serielle Hybride ausgelegt sind (4,5l).
Mittelklasse
Fast erschreckend klein ist die Auswahl in der Mittelklasse. Als Luxusfahrzug sind diese Autos zu klein und für die "Vertreterkarre" ist ein Hybrid anscheinend zu teuer… Immerhin ist ein Hybrid des Peugeot 508 für 2011 geplant (3,8l), übrigens ein (erster) Diesel-Hybrid.

größere Limousinen
Weiter oben gibt es dann wieder ein paar mehr Hybridmodelle.
  • Da wäre die Mercedes-Benz S-Klasse, wobei das ganze hier eher ein schlechter Scherz war und inzwischen ein sparsamerer (!) normaler Benziner existiert. Vom BMW 7er soll "irgendwann" ein Hybrid mit der gleichen Technik kommen (das ganze haben beide Hersteller gemeinsam entwickelt), ob der noch kommt, wage ich aber so langsam zu bezweifeln.
  • Bissl ernsthafter geht Lexus die Sache an, auch wenn beide Modelle innerhalb ihrer Klasse eher zu den stärkeren Modellen gehören und so von schwächer motorisierten Non-Hybrid-Modellen teilweise geschlagen werden. Hier gibt es den GS mit 7,7l und den LS mit 9,3l Verbrauch.
  • Der Infiniti M wird ab Anfang 2011 ebenfalls als Hybrid verfügbar sein. Ausgerufen sind 7,3L.
  • Und auch der Erfinder des Hybrid-Antriebes holt ihn nach fast 30 Jahren nun endlich aus der Schublade; der Audi A6 bekommt Mitte 2011 einen Hybrid mit 6,2L. Die Technik ist dabei identisch zum Audi Q5 (siehe weiter unten).
Van
Eine Van-Version des Toyota Prius, genannt "Prius Alpha" ist für irgendwann 2011 geplant. Näheres ist hier aber noch offen.

SUV
Bei einem SUV mit seinem hohen Gewicht ist ein Hybridantrieb besonders von Vorteil und zudem ob des oft gewaltigen Verbrauchs auch umso notwendiger. Trotzdem ist das Angebot eher begrenzt.
  • Porsche Cayenne und VW Touareg teilen sich hier die technische Basis (8,2l).
  • Ähnliche Abmessungen hat der Lexus RX; der Verbrauch ist aber wesentlich niedriger (6,3l).
  • Eine Nummer kleiner wird bald ein Hybrid vom Audi Q5 kommen. Um die 6l Normverbrauch sind hier angekündigt.
Neben den hier genannten gibt es noch eine schier endlose Liste von Fahrzeugen, zu denen es heißt, dass da "irgendwann" eine Hybrid-Version von erscheinen soll oder gar schon als Studie existiert. Gerade bei deutschen Herstellern kommt ungefähr auf 10 Studien ein begrenzt interessantes Serienfahrzeug. Von den beiden großen japanischen Herstellern (Toyota/Lexus und Honda) gibt es dagegen praktisch jedes Modell auch oder sogar nur als Hybrid.