Donnerstag, 28. Oktober 2010

Große Kunstwerke


Bisher waren meine Automodelle stets im modellbahntauglichen Maßstab 1:87 gehalten, doch jetzt habe ich einmal einen Abstecher zu deutlich größeren Modellen gewagt, der nicht der letzte bleiben wird – zum Maßstab 1:18.

Bereits ein Blick über das Angebot in diesem Maßstab erweist sich als außerordentlich interessant. Ist man in 1:87 gewohnt, dass es zwar einerseits jedes noch so langweilige aktuelle Vorbild der deutschen Premium-Hersteller gibt, ansonsten aber nur wenige Klassiker, ist die Situation in dem großen Maßstab eine völlig andere. 1:18-Modelle werden international gesammelt und sie werden teilweise von sehr wohlhabenden Leuten gesammelt. Entsprechend ist das Angebot auch – jeder Traumwagen und jedes Kultauto wird nicht einmal, sondern gleich mehrfach als Modell umgesetzt. Von dem hier abgebildeten Fiat 500 gibt es mindestens drei Umsetzungen von Welly, Bburago (der allerdings eher 1:16) in eher günstiger Form und Minichamps für die Edel-Fraktion und zum dreifachen Preis. Was hier steht, ist übrigens das Welly-Modell. Der Mercedes SLS AMG hat nach dem wunderschönen Maisto-Modell jetzt von Mondo Motors seine zweite, deutlich günstigere Umsetzung bekommen. Die Zahl der Ford-Mustang-Modelle lässt sich kaum erfassen – kein Hersteller, der nicht mindestens zwei Varianten des US-Klassikers im Sortiment hat; zuzüglich einer schar an getunten Versionen.

Unterscheiden tun sich die Modelle in dem Detaillierungsgrad und den Funktionen. Türen, die man öffnen kann, sind in 1:18 selbstverständlich, eine Motorhaube ebenso. Beim Kofferraum oder den hinteren Türen von viertürigen Modellen trennt sich dann schon die Spreu vom Weizen. Und erst richtig tut sie dies nach dem Blick unter die Motorhaube – hier reicht die Spanne von einem Kunststoffblock mit ein paar angedeuteten Details bei Mondo Motors über alle wichtigen Bauteile als eigene Teile mit den diversen Leitungen dazwischen bei Revell bis zu einem aus hunderten von Einzelteilen bestehenden Motor bei CMC.

Weitere kleine und nicht ganz so kleine Unterschiede ergeben sich bei der Lenkung, die etwa bei meinem Welly-Modell den Namen kaum verdient (ja, das ist voller Lenkeinschlag!) oder der in höheren Preisklassen vorhandenen Federung und ihrer Härte (manchmal ist man sich da nicht so sicher, ob wirklich das Modell eine hat oder der Kunststoff der Achse nachgibt…).

Die Modelle sind weit mehr als nur eine einfache kleinere Darstellung ihrer Vorbilder – kann man doch nicht immer einen Blick unter die Motorhaube eines 1956er Mercury Montclair mit seinem 258 PS-Motor (Sunstar) oder eines 1970er Opel Commodore GS/E (Revell) werfen.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Warum wir (k)ein Integrationsproblem haben

Wo man in Deutschland derzeit hinhört, ist von einem "Integrationsproblem" die Rede. Doch dieses angebliche Problem tut nichts anderes, als uns den Spiegel vorhalten.

Nein Herr Wulff, das Judentum gehört nicht mehr zu Deutschland, denn die einst durchaus große Zahl an Juden in Deutschland hat hier ein Irrer vor gut 60 Jahren wahlweise vertreiben oder ermorden lassen. Heute stehen die Juden in Deutschland gerade noch auf Platz 10 der Religionsgemeinschaften; hinter diversen Orthodoxen Kirchen und hinter den Buddhisten! Dass sie dafür die Atheisten vergessen haben, ist sicherlich ein Versehen?

Was zu Deutschland, wie es ihre Wähler verstehen gehört, ist das Christentum – im Süden und Westen der Katholizismus; im Norden und Osten der Protestantismus. Beides unterscheidet sich nicht groß und schon gar nicht in den von seinen Mitgliedern getragenen Symbolen. Wo man dann doch noch Unterschiede erkennen kann, wird die jeweilige Minderheit dann auch immer noch gerne beschimpft – Katholiken sind schließlich alles Pädophile und Protestanten nehmen doch den Glauben nicht ernst…

Daneben gibt es ein paar geduldete Gruppen, die christliche Variante der Dhimmis – solange Atheisten, Buddhisten oder Anhänger von Naturreligionen die Klappe halten, werden sie als tolle Beispiele der Religionsfreiheit geduldet; fangen sie aber an, ihre eigenen Werte auszuleben, werden sie eingebremst. Fällt der Tag der Frühlingsanfang mit Karfreitag zusammen, haben die Christen auf einmal das Recht für einen Heiden die Religionsfreiheit außer Kraft zu setzen und diesem ihr eigenes Tanzverbot aufzuzwingen – bejubelt von den Medien, sie sich freuen, dass diesem Spinnern keine Chance zum Stören des christlichen Festes gegeben wird…

Und der Islam? Tja, der ist anders! Seine Anhänger verstecken ihren Glauben nicht; sie zeigen vielmehr offen, dass sie keine Christen sind – sie zeigen offen, dass sie an etwas anderes glauben und dass sie andere Werte und Normen haben. Natürlich unterscheiden sie sich hiermit in nichts grundsätzlichem von einem Atheisten, für den Götter Hirngespinste sind, von einem Heiden, für den alles in der Natur eine Seele hat, von einem Buddhisten, für den der Gleichmut der höchste Wert ist oder eben von einem Christen, der nichts mehr fürchtet als den Zorn des eigenen Gottes - nur machen die Moslems etwas schreckliches! Etwas absolut abscheuliches! Sie wagen es doch wirklich, ihren Glauben zu zeigen!

Und dieses Zeigen des Glaubens ist es, wovor konservative Kreise Angst haben. Zwangsheiraten? Nagut, bei echten Deutschen werden Heiraten eher verboten als erzwungen. Und die Ehrenmorde sind lieber finanzieller Art ("Enterbung"). Emanzipation der Frauen? Ja wer holt denn da das Bier! Den Rest ist Kleinkram…

Nein, wir haben kein Integrationsproblem. Wir haben nur ein Pluralismus-Problem! Wir müssen endlich verstehen, dass es unterschiedliche Werte in unserer Gesellschaft gibt. Es gibt keine "Leitkultur", es gibt nur die längst reale multikulturelle Gesellschaft! Und der Islam ist nichts weiter als eine dieser Kulturen. Genauso wie das Christentum nur eine von vielen ist. Ganz egal, ob es Atheisten, Christen, Moslems oder Heiden sind – sie alle sind nur eine Gruppe unter vielen und müssen verstehen, dass sie nicht die Norm sind! Nichts anderes braucht es.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Warum 130g CO2 viel zu viel sind

Als einst festgeschrieben wurde, dass in der EU angebotene Autos ab 2015 im Durchschnitt einen CO2-Ausstoß von 130g nicht überschreiten sollen, wetterten insbesondere bayrische Politiker – sitzen dort doch gleich zwei Hersteller, die vor allem für sehr große und eben nicht gerade sparsame Autos bekannt sind – über die "Nation der Kleinwagenfahrer" und den einmal mehr wiederkehrenden Untergang des Abendlandes.

Nun geht das Jahr 2010 zu Ende und so langsam macht sich die entsprechende Entwicklung bemerkbar - mit einem je nach Sicht erfreulichen oder erschreckendem Ergebnis: Der Wert erweist sich als viel zu lasch.

Die Frage des technisch machbaren ist noch immer schwer zu beantworten, da verschiedene Hersteller bisher verschiedene Wege gehen, ohne diese miteinander zu kombinieren. Bei Toyota setzt man da auf einen aufwändigen Hybrid-Antrieb, welcher den 'Lexus CT 200h' Anfang 2011 auf 87g CO2 drücken wird - ein Kompaktklasse-Auto! Beim Fiat 500 setzt man auf die Rückkehr des Zweizylinders mit dann 95g und die deutschen Hersteller setzen auf Turbodiesel, mit denen etwa ein VW Polo auf 87g CO2 kommt. Die Ergebnisse unterscheiden sich also nicht groß; die Wege dahin dafür umso mehr. Peugeot hat jetzt für den 508 noch einen 200-PS-Diesel-Hybrid angekündigt, der einmal mehr die schon berühmten 99g schaffen soll.

Der doch erst in 5 Jahren als Durchschnitt über alle Modelle vorgeschriebene Wert von 130g wird bis hoch zur Kompaktklasse von praktisch allen Diesel-Modellen erfüllt, kaum ein Hersteller leistet sich nicht irgendeine 99g-Version. Benziner tun sich hier natürlich schwerer, aber auch hier sind 130g längst in breiter Basis erhältlich. Erst in der Mittelklasse - mit der dann die nennenswerten Stückzahlen auch so langsam aber sicher ihr Ende finden – die "obere Mittelklasse" stirbt ja so langsam aber sicher aus – tun sich dann auch die Dieselmotoren mit den 130g schwerer, was aber keineswegs heißt, dass es hier keine Modelle darunter gibt.

Im April dieses Jahres ließ sich dann auch Toyota als erster Hersteller feiern, der die 130g geschafft hat – zwar noch mit einer Zahl hinter dem Komma, dafür aber eben 5 Jahre früher als gesetzlich erforderlich. Die Modelle der Marke Lexus, die den Wert sicherlich nicht gerade drücken, sind dabei eingerechnet. Die Neuerscheinungen seitdem – die Hybridversion des Auris und dessen Edel-Schwester Lexus CT 200h mit je etwa 90g CO2 – sind hier sicherlich dem Durchschnitt auch nicht abträglich.

Sicherlich, viele andere Hersteller – vor allem jene, die in den letzten Jahren zu sehr auf SUVs gesetzt haben – sind noch nicht so weit, aber mich würde fast wundern, wenn diese die 130g nicht bis 2012 erreichen, dem ursprünglich von der EU für die gesetzliche Vorgabe geplanten Zeitpunkt.

Viel interessanter finde ich allerdings die Frage, wo sich der Verbrauch wohl bis 2015 einfinden wird. Vermutlich werden wir dann 130g-Autos nicht als durchschnittlich, sondern als Dreckschleudern ansehen. Einmal mehr ist der Markt offenbar schneller als die Politik ihm zutraute…

Samstag, 16. Oktober 2010

Linux-Distributionen bei Wikipedia

Um den nervenaufreibenden Löschdiskussionen in diesem Themengebiet bei Wikipedia ein Ende zu setzen, habe ich mich letzte Woche, nachdem unser aller Freund Weissbier mal wieder eine eigene Löschwelle ausgerufen hatte, eine Lösung nach dem Muster "lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende" entschieden. Dabei habe ich auf alle Artikel der Kategorie:Linux-Distribution Artikel, bei denen eine Relevanz nach dem Prinzipien der Wikipedia nicht erkennbar war selbst einen Löschantrag gestellt – insgesamt immerhin deren 15. Zusammen mit denen schon von Weissbier gestellten Anträgen (von denen kaum einer durchgekommen ist) waren es somit 27 Anträge, die in derzeit 11 Fällen zu einem roten Link geführt hat. 4 weitere wurden in Redirects umgewandelt.

Das ganze führt jetzt dazu, dass auf keinen der derzeit existiertenden 144 Artikel zu Linux-Distributionen ein Löschantrag mehr möglich ist (außer jemand findet - was mich eher wundern würde - eine komplett neue Begründung). Einen etwas seltsamen Listen-Artikel gibt es in der gleichen Kategorie allerdings noch dem ich wohl demnächst an den Kragen gehen werde.

Für die Zukunft muss nun eine Lösung gefunden werden, wie man Löschdiskussionen weitgehend bis komplett vermeidet. Die Entstehungsweise von Linux-Distributionen ist hierbei allerdings sehr hilfreich, denn diese entstehen ja nahezu alle als Ableger anderer Distributionen. Und genau an dieser Stelle müssen sie sowieso vermerkt werden. Auf diesen Abschnitt gibt es dann einen Redirect und schon kann die Erklärung von jedem gefunden werden – beispielhaft nenne ich einmal "Super OS". Diese Redirects werde ich für alle bei Distrowatch verzeichneten Distributionen in der nächsten Zeit systematisch anlegen.

Einen EIGENEN Artikel (der diesen Absatz nur ergänzt, nicht ersetzt!) bekommen Distributionen, über die in der normalen IT-Fachpresse (vor allem heise oder golem) mehrfach aus unterschiedlichen Anlässen (zwei Versionen sind zwei Anlässe!) berichtet wird. Gleiches gilt für eine Distribution, die nicht-Exklusiv von einem relevanten Unternehmen auf seinem Systemen vorinstalliert wird.

Distributionen, die exklusiv von einem relevanten Unternehmen vorinstalliert werden, werden entsprechend als Absatz bei diesem Unternehmen eingetragen. Hierzu gehört dann auch wieder ein Redirect, ein solches Beispiel heißt "Winki" von MSI.

Damit bleiben als Streitpunkte nur noch Distributionen, bei denen jemand von 0 angefangen hat, trotzdem aber keine Beachtung gefunden hat. Wie viele von diesen es nachher gibt, muss man sehen und dann auch, was damit zu tun ist. Vielleicht hat da ja jemand eine Idee – wobei ich schon einmal vorwarne, dass so etwas wie "einfach alles behalten" keine Chance auf Umsetzung hat.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Der große Kleinwagen

Das in der Autoindustrie ein Trend zum sogenannten "Downsizing" existiert, ist nichts neues. Dieser Begriff bedeutet nichts anderes, als dass man einen neuen 2L-180PS-Motor nicht mehr dazu nutzt, den bisherigen 2L-150PS zu ersetzen, sondern den 2,3L-180PS. Dieses Konzept auf die Spitze getrieben hat jetzt der französische Hersteller Peugeot mit dem 508 und hat dabei auch einmal klar gemacht, was Franzosen von großen Autos halten. Das Modell ist der gemeinsame Nachfolger der Modelle 407 und 607 und damit das Spitzenmodell von Peugeot (ein 607 dient in Frankreich als Staatslimousine!). Und bei eben diesem Spitzenmodell wird konsequent auf extrem leistungsstarke Motoren verzichtet. Der stärkste Motor ist ein 204 PS starker 2,2L-V6-Turbodiesel (die V6-Motoren mit einem Biturbo oder ähnlichem komplett zu verbannen, traute man sich dann doch nicht). Diese Leistung entspricht zwar dem stärksten 607-Diesel, hat aber einen CO2-Ausstoß von 150 statt 223g pro km. Und genau diese 150g waren wohl auch eine Designvorgabe, denn auch der stärkste von nur zwei Benzinern hat diesen Wert. Das bedeutet bei diesem zwar weniger Leistung, aber das gehört hier zum Konzept. Ebenso zum Konzept gehört das Gewicht, welches selbst das kleinere der beiden ersetzten Modelle – den 407 – um 85kg unterbietet. Wem 150g CO2 bzw. 5,7L Verbrauch noch zu viel sind, für den geht es derzeit runter bis zu 109g – oder mit dem für kommendes Jahr versprochenen Diesel-Hybrid auf 99g…

Peugeot liefert hier mal eben die mehr als deutliche Antwort auf die "Nation der Kleinwagenfahrer". In Frankreich ist nicht nur die Oberklasse, sondern auch die obere Mittelklasse nach den Verkaufszahlen mausetot. Also machte man aus der Not eine Tugend und brachte ein Auto, welches jegliches Geschrei nach Größe und Leistung ignoriert und stattdessen radikal auf niedrigen Verbrauch optimiert ist. Über die 130g EU-Grenzwert kann man sich so nur noch totlachen.

Freitag, 1. Oktober 2010

Dateiformat WebP - Messungen

Google hat heute ein neues Dateiformat für Fotos vorgestellt, dass das inzwischen doch arg in die Jahre gekommene JPEG ersetzen soll. Selbst mit 2 MBit sind Full-HD-Bilder nervig zu laden und können daher nicht mal eben in einem Text eingebunden werden. Dazu kommen Internet-Zugänge, bei denen aus eben diesem Grunde Bilder komplett abgeschaltet werden. In ärmeren Ländern teilt sich immer noch oft genug ein ganzes Dorf 56k - da sind Bilder, auf denen man auch Details erkennen kann, dann komplett nervig bis unmöglich. Einen Nutzen für ein solches Format gibt es also.

Allerdings ist für mich fraglich, ob das Format wirklich die erforderliche Verbesserung bringt - anzustreben wäre hier IMHO etwas im Bereich von unter 250 kB für Full-HD (wäre damit in <1s geladen).

Hierzu habe ich eine kleine Stichprobe mit dem Foto aus dem Wikipedia-Artikel zum 1928er Ford Modell A gemacht. Für die Erstellung der JPEG-Dateien wurde Gimp benutzt; hier mag es mit anderen Programmen Unterschiede geben. Die WebP-Dateien erzeugt das bei Google verfügbare Programm 'webpconv', wobei diese zur Betrachtung derzeit noch in PNG-Dateien zurück umgewandelt werden müssen, was aber aufgrund der Arbeitsweise des PNG-Formates die Qualität nicht beeinflusst.

Ergebnisse:
  • wie es da liegt, hat es 1.25MB
  • als PNG abgespeichert, wiederum in Gimp (höchste Komprimierungsstufe, wobei diese nicht die Qualität, sondern nur den Rechenaufwand beeinflusst) werden es 4MB. Diese Datei dient als Ausgangsmaterial für die weiteren Konvertierungen.
  • für JPEG-Dateien benutze ich selbst normalerweise 85%, was 722 kB ergibt.
  • als 75% JPEG (da wird es dann langsam schlechter, besonders anfällig ist das Hinweisschild im Hintergrund, wo auf der grünen Fläche Datenmüll entsteht) sind wir bei 536 kB.
  • WebP versucht sich selbst mit 82% Qualität, hierbei ergibt sich eine Größe von 468 kB. Auffällig war die im Vergleich zu den Konvertierungsvorgängen mit einer von mir vorgegebenen Qualitätsstufe deutlich längere Arbeitszeit – dies liegt daran, dass 'webpconv' die ideale Bildqualität über das Rauschverhalten des Bildes ermittelt.
  • WebP mit 100% liefert 1MB
  • 75%-WebP sieht immer noch gut aus und liefert 384 kB.
  • und einmal die Schmerzgrenze überschritten: 50% WebP. Man sieht Verluste (wieder an dem Schild, diesmal wird es unscharf), aber eindrucksvolle 223 kB.
Die Realität im Internet (100% JPEG) liefert also 1,25 MB. Diese Dateien werden nach dem Grundsatz "viel hilft viel" von den Kameras selbst erstellt. Dort kommt es ja auch auf den Platz nicht an. Mit JPEG selbst kriegt man das ganze auf 722 kB runter (die oben genannten 85%). Darunter fängt bei jedem Bild etwas anders die Schmerzgrenze an, so dass man manuell probieren müsste.

Wenden wir die "viel hilft viel"-Methode nun auf WebP an, sind wir bei 1 MB, also schonmal 20% Gewinn. Dank des mitdenkenden Konvertierungstools fallen aber eben keine 100%-Dateien an, sondern diese sind schon leicht in der Qualität, aber sehr stark in der Größe verkleinert. Somit landet man ohne größere Experimente bei 468 kB – deutlich kleiner, als bei einem JPEG mit manueller Optimierung denkbar wäre (selbst die Datei jenseits der Schmerzgrenze ist noch größer!). Die angestrebten 250 kB sind hier allerdings nicht erreichbar.

Noch ein anderer Versuch ist interessant: Das Logo von heise-Online. Derzeit eine 3,3 kB-Große GIF-Datei. Bereits als PNG schrumpft sie auf 2,6 kB. Ein 85%-JPEG ist mit 2,7 kB minimal größer; wobei ob der extrem einfachen Bildstruktur bereits hier Artefakte auftreten, so man die Datei vergrößert - bei normaler Größe sieht man sie dagegen nicht, da die Abweichungen zu klein sind. Ein recht ähnliches optisches Egebnis liefert auch WebP, dass hier 62% nehmen will. Der Hit ist aber die Dateigröße: Dieses Format liegt mit 1014 Byte knapp unter 1 kB! Hier ist die Einsparung also mehr als 2/3…

Ein deutlich kritischeres Fazit zieht ein x264-Entwickler in seinem Blog, was ob der Konkurrenzsituation zwischen beiden nicht so gänzlich verwundert. Dort hat man ein Bild aus einem Full-HD-Film genommen, welches als 100%-JPEG recht erstaunliche 3,3 MB liefert – weit mehr als das Doppelte von meinem Versuchsobjekt. Die Frage war zudem nicht "wer ist bei gleicher Qualität kleiner?", sondern das Gegenstück "wer ist bei gleicher Größe besser?". Die hierbei angestrebte Größe von 150 kB kann man gewiss als mehr als ambitioniert ansehen, entsprechend sehen alle Ergebnis-Bilder scheiße aus. Die Schreiber dort sind nun allerdings der Meinung, dass das JPEG-Bild "hübscher tot komprimiert" sei… An der gleichen Datei habe ich nun einmal den umgekehrten Weg erprobt: webpconv mit seiner Automatik fördert hier nun 85% und 640 kB zu Tage, ein 85%-JPEG ist mit 846 kB dagegen deutlich größer.

Dieser scheinbare Wiederspruch erklärt sich in der unterschiedlichen Art der Bildfehler. Ein WebP wird mit stärkerer Komprimierung unscharf - ein Merkmal, dass auch durch schlechte Fotografen entstehen kann, weshalb es ohne direkten Vergleich erst auffällt, wenn es sehr stark ausgeprägt wird; dann aber umso mehr. JPEG neigt dagegen zu "komischen Mustern auf glatten Flächen". Diese können auf keine andere Art entstehen, so dass man sofort erkennt "dieses Bild wurde zu stark komprimiert". Werden diese Muster stärker, ändert sich nichts mehr an der Bildwahrnehmung.

Für den Alltag halte ich den Ansatz einer angestrebten Qualität, zu der dann die Größe gesucht wird, für häufiger als den, wo die Größe vorgegeben wird.