Sonntag, 19. September 2010

Mal wieder LED-Lampen

Links LED, Rechts ESL.
Am vergangenen Donnerstag hat sich nun einer meiner 7 W-Sparlampen-GU10-Strahler hier verabschiedet. Nach etwas über 20.000 Stunden Leuchtdauer darf er das auch. Damit ging natürlich die Suche nach Ersatz los, bei meinem Sparfimmel ist 'einfach wieder das gleiche' ja schließlich zu langweilig. Der Anforderungskatalog ist natürlich nicht ohne: GU10-Sockel und 350 lm (orientiert an einer 35 W Halogenlampe dieser Bauform).

Das naheliegendste wäre wieder die gleiche Technik, die es damals noch einzig von Megaman gab; heute aber auch von diversen Noname-Fabrikaten. Im Ergebnis kosten die Lampen statt schweineteuren 15 € jetzt nur noch deren 10.

Aber die Technik geht ja weiter, also einen Blick auf die LEDs geworfen. Hier ist man durchaus positiv überrascht, Leuchtmittel mit mehr als 100 lm/W gibt es inzwischen auf breiter Basis im Handel. Damit wären für den gedachten Zweck 4 W angesagt. Soweit die Theorie, denn der Besuch im Baumarkt fördert insgesamt drei GU10-LED-Leuchtmittel zu Tage:
  • Eine offenbar Noname-Lampe "Premium",  vermutlich eine Hausmarke mit 3 W basierend auf einer sehr großen LED in der Mitte. Darüber, wie hell das Ding ist, verliert die Beschreibung kein Wort; einzig steht da toll "90% Einsparung". Das wären durchaus über 300 lm, aber für "einfach mal versuchen" sind mir 20€ deutlich zu viel. Dank sehr "umweltfreundlicher" Plastikverpackung ist auch nix mit vor dem Kauf testen.
  • Von Philips gibt es eine ebenfalls 3W-LED, die hier jedoch nur noch als Vorführexemplar existierte. Insofern kann ich die Deklaration auf der Verpackung nicht beurteilen. Die Helligkeit einer GU10-Lampe in diesem Vorführkasten zu beurteilen, ist mir auch nicht wirklich möglich, wohl aber kann ich dem Ding eine sehr angenehme Lichtfarbe bescheinigen. Die genaue Farbwiedergabe müsste man herausfinden.

    Und wo wir gerade beim Herausfinden sind, Philips hat ja eine Website (im Gegensatz zu dem Hersteller zuvor...), wo man dann auch ein 3 W-LED-Leichtmittel findet. "3 W, ersetzt 35 W." Klingt gut. "150 lm." Klingt weniger gut. Tatsächlich ersetzt das Ding vielleicht 15 W und ist damit nicht effizienter als eine Sparlampe (wenn auch immerhin quecksilberfrei). Eine 7 W-Version gibt es auch – 230 lm. Entspricht also etwa 25 W, womit sie sogar noch recht weit hinter die Sparlampen oder ihren kleinen Bruder zurückfällt. Lichtfarbe 2700 K und Farbwiedergabeindex von 90 (entspricht Halogen und liegt recht deutlich über eienr Sparlampe) bestätigen aber immerhin in diesem Bereich den positiven Eindruck. Kost (als 3 W) 15€. Die 7 W-Version hatte man da nicht.
  • Kandidat Nummer drei stammt von Osram. Leider ist aber nur die "Decospot"-Serie vorrätig und die muss man sich bei 1 W eigentlich gar nicht weiter ansehen. Zur Helligkeit steht nichts, die Website übt sich in Kundenverschreckung (kriegen die ihre Datenbankfehler auch irgendwann mal in den Griff?) und in den unendlichen Tiefen findet sich "100 Candela, 20° Abstrahlwinkel". Ja, das kann man irgendwie umrechnen - aber meine Lust dazu ist sehr nah bei 0. Den Preis hab ich dann auch nicht mehr gesucht.
  • Geben tut es bei Osram durchaus noch mehr; auf der Website findet sich die "PARATHOM PAR16" mit 5 W, die so hell wie 35 W sein soll. In der Datenbank das gleiche Problem wie vor, diesmal mit 350 Candela. Na dann eben doch mal die Umrechnung raussuchen. Die Abgründe der Wikipedia hierzu sind tief, die {{Unverständlich}}-Bapperl vermehren sich da gleich mal, aber es findet sich dieser Satz: Eine Leuchtdiode habe einen Öffnungswinkel von 20° und eine Lichtstärke von 15 cd; für den Lichtstrom ergibt sich Φ = 15 · 0,0955 = 1,432 lm. Mit anderen Worten: Gesucht wären hier irgendwas bei 4800 cd… Entweder ich rechne falsch, oder Osram übertreibt noch viel maßloser als Philips und das Ding besitzt gerade mal die Effizienz einer Glühlampe…
Nach diesem doch arg ernüchtenden Ergebnis habe ich dann einmal eBay bemüht. Über den Tisch gezogen wird man auch hier gerne – "So hell wie 40W!" und im kleingedruckten "150 lm". Immerhin das ganze so vor 6-7€. Gefunden habe ich am Ende eine mit angegebenen 480 lm bei 3,5W für knapp 7€. Selbige hat sich als Glücksgriff erwiesen: Tatsächlich recht deutlich heller als die zugegeben schon recht abgenutzte Sparlampe. Inzwischen kostet das Ding aber auch 17€ :/

Inzwischen gibt es übrigens LEDs mit 200 lm/W, die allerdings noch schweineteuer sein dürften und eher nicht als fertige Leuchtmittel erhältlich sind. Damit wären dann 2 W für meinen Anwendungsfall ausreichend und eine 60 W-Glühlampe kann man mit 3 W ersetzen – 95% Einsparung und selbst gegenüber den "Sparlampen" noch 70% weniger Verbrauch. Aber so lange die Hersteller (egal ob etabliert oder noname) bei den Helligkeiten lügen dass sich die Balken biegen oder gleich gar nichts angeben, werden LEDs sicherlich einen schweren Stand haben und vermutlich irgendwann pauschal als "sind sowieso immer viel dunkler als versprochen" abgelehnt werden.

    Samstag, 18. September 2010

    E-Roller und falsche Herangehensweise der Gesetzgebung

    Die Grünen haben vorgeschlagen, zunächst die Neuzulassung, später dann auch die Nutzung von Motorrollern mit Verbrennungsmotor zu verbieten. Dieverse Leute schreien jetzt natürlich erstmal von Unterdrückung, "Ökodiktatur" und ähnlichem Bullshit.

    Der Hintergrund dieser Verbotsidee ist, dass es ja inzwischen Elektroroller gibt, die für die Umwelt besser sind. Wie so oft in der deutschen Umweltpolitik kommt dann auch gleich jemand mit der Verbotskeule für die alte Technik, was bei vielen Leuten das Thema "Umweltschutz" hat zu einem Feindbild werden lassen.

    Die sonst so auf den freien Markt schwörende FDP hat auf einmal ihre soziale Ader entdeckt und kritisiert den Vorschlag dafür, dass er ja unsozial sei.

    Dabei wäre genau dieser freie Markt hier die Lösung! Ein Eletroroller kostet im Unterhalt je nach Quelle 35 (obiger Spiegel-Artikel) oder 70ct (Angabe eines Herstellers) auf 100km. in China sind diese Roller schon seit einigen Jahren auf dem Markt und haben die Verbrennungs-Dinger längst komplett verdrängt. In Deutschland dauert es halt nur mal wieder etwas länger, bis die neue Technik auf den Markt kommt, hier gibt es allerdings keinen Grund, wieso sich das ganze nicht genauso entwickeln sollte. Zur Not werden sicherlich wieder einige Politiker irgendeine finanzielle Förderung vorschlagen.

    Das einzige, woran mal wieder niemand zu denken scheint, sind die Bürger. Eine einfache Aufklärungskampagnie, in der den Leuten gesagt wird, dass ein Elektroroller ihnen 80-90% der Betriebskosten spart und sie dabei noch etwas für die Umwelt tun, würde ausreichen! Die macht aber natürlich niemand.

    Und genau das ist der Grundsatz, wie sich die Politik der Piratenpartei in diesem Bereich gut erklären lässt: Aufklären vor Fördern vor Fordern. Nicht andersrum.

    Donnerstag, 16. September 2010

    Wikipedia und der falsch verstandene Relevanzbegriff

    In der Diskussion um die sogenannte "Relevanz" bei Wikipedia scheinen viele nicht zu verstehen, wonach diese Kriterien festgelegt sind oder wozu es solche überhaupt gibt. Hierbei grassieren zumeist irgendwelche wirren Theorien über den Sinn dieser Kriterien – die freundlicheren glauben an eine wie auch immer begründete Absicht zur Begrenzung der Artikelanzahl, die weniger freundlichen auch an Absichten zur Unterdrückung unbequemer Themen. Das ganze gerne verbunden mit panikmachendem Unsinn wie der Aussage, dass Wikipedia schrumpfen würde.

    Angelegt wurden diese Kriterien aber zu genau dem gegenteiligen Zweck! Nach der Zeit des anfänglichem wilden Wachstums der Wikipedia gab es nämlich genau das gegenteilige Problem; eine ganze Reihe von Benutzern wollte die Themenauswahl wesentlich strenger eingrenzen – manche propagierten gar noch als die Artikelzahl bereits deutlich 6-stellig war eine Wikipedia von etwa 10.000 Artikeln, die dafür allerdings besonders genau geprüft sein sollten. Zwischen den meisten Benutzern gab es jedoch einen Konsens, dass ein Thema dann für Wikipedia geeignet – "relevant" – ist, wenn es zu diesem Literatur, umfangreiche Medienberichte (bitte zu unterscheiden von "einmaligen Nachrichten"!) oder ähnliches gibt; brauchbare Quellen eben, um daraus einen Artikel zu schreiben. Da dies aber in den wenigsten Artikeln zu erkennen war (der "Einzelnachweis" war noch nicht erfunden und bis heute nicht in allen Artikeln eingeführt), entstanden zunächst oft über 100 Löschdiskussionen jeden Tag – eine kaum handhabbare Masse! Um dies nun irgendwie einzudämmen, wurden Kriterien gesammelt, bei denen man diese Quellen nicht mehr nachweisen muss, sondern einfach als vorhanden annehmen kann. Beispielsweise bezweifelt niemand, dass es zu einer Stadt, einem Bundesminister oder einem Papst Quellen gibt. Mit der Zeit entstand so ein umfangreicher Wust an Kriterien, die eigentlich alle nur eine Konkretisierung der einen einzigen Frage nach den Quellen sind.

    Aus diesem Grund kann man eben auch einen "bequellten" Artikel schreiben, ohne sich Gedanken über die Relevanz machen zu müssen – denn diese Quellen selbst verschaffen ja die Relevanz.

    Insofern kann man die Relevanzkriterien auch Kriterien, nach denen die Benutzer der WIkipedia ohne eine Einzelfallprüfung davon ausgehen, dass zu einem Thema eine Außenwahrnehmung existiert nennen. Ob das jetzt aber unbedingt die bessere Bezeichnung ist?

    Dienstag, 7. September 2010

    Energiekonzept mit viel heißer Luft

    Zu der derzeit viel diskutierten Verlängerung der Restlaufzeiten der Kernkraftwerke gehört auch noch ein vergleichsweise wenig diskutiertes Gesamtkonzept. Positiv an diesem Konzept ist erst einmal seine Existenz als solche, denn oftmals enden die "Konzepte", die man hier und da so hört bereits mit der Stromproduktion. Leider fehlen diesem Konzept jedoch so richtig zündende Ideen, es lässt sich auch beim besten Understatement wirklich nicht als "abitioniert" bezeichnen und schon fast erschreckend oft finden sich Begriffe wie "Aufklären" und "Eigenverantwortung" in den falschen Zusammenhängen. Offenbar plant man, dass im Zuge der Laufzeitverlängerung eingenommene Geld in den Ausbau erneuerbarer Energieen und vor allem in mehr Effizienz zu investieren, anders kann ich mir nicht erklären, wieso sich hier diverse Faktoren positiv entwickeln.

    Für die Energieversorgung des Jahres 2050 geht man von einem EE-Anteil von gerade einmal 50% aus. Der Strom käme demnach zur Hälfte aus Windkraft, zu 1/4 aus Solarenergie und Geotherie zusammen und zu je etwa 1/12 aus Wasser, Erdgas und Steinkohle (!). Das etwas seltsame "ohne Laufzeitverlängerung wäre alles schrecklich"-Szenario kommt dagegen auf insgesamt mehr als 1/3 für die fossilen Energieträger, da zum einen von einem deutlich höheren Energiebedarf ausgegangen wird und zum anderen das Wachstum bei der Windkraft geringer angesetzt wird. Dazu muss man wissen, dass es Studien gibt, die bereits für das Jahr 2030 (!) eine 100% regenerative Versorgung auch ohne eine Laufzeitverlängerung für möglich halten. Selbiges ist auch das Ziel der niedersächsischen Piratenpartei für ihr eigenes Bundesland.

    Der schon angedeutete geringere Energiebedarf durch die Laufzeitverlängerung liegt man eben bei 50% bis 2050 und bereits 20% bis 2020. Erreicht werden soll dies durch mehr Effizienz, die durch "Eigenverantwortung" und "Aufklärung" erreicht werden soll. Soweit so toll – konkreter wird man auch nur an zwei Stellen. Zum einen sollen E-Autos (Achtung, Festhalten!) von Parkplatzgebühren befreit werden und dürfen auf Busspuren fahren. Mit anderen Worten, die Kommunen zahlen das doch bitte. Außerdem will man die Förderung für die Gebäudesanierung aufstocken (hatte man die nicht gerade erst gekürzt?).

    Noch an einer anderen Stelle wird Geld ausgeben, und zwar für Offshore-Windparks. Hier wird von 75 Mrd. Bedarf geredet, deswegen gibt man auch großzügig deren 5 (nein, kein Tippfehler von mir!).

    Was haben wir sonst noch? Achja, CCS, wobei da die Betreiber schon abwinken "in Deutschland nicht durchsetzbar", einen Plan (nein, kein Geld) für den Ausbau des Stromnetzes inklusive Aufklärung der Bürger, über deren Dächer dann die Leitungen laufen sollen und ebenfalls Aufklärung für Onshore-Windenergieanlagen.

    Insgesamt also recht wenig, aber wenn man von den erwarteten 78 Mrd. € zusätzlicher Gewinne der Stromkonzerne nur 26 einsacken will, ist das wohl wenig verwunderlich.

    Was mir fehlt, ist eben ein etwas ambitioniertes Ziel oder eine wirklich gute Idee. Ein paar Ideen auf die Schnelle:
    • Für die Stromproduktion muss jeder Betreiber genau erklären, wieso an irgendeinem Standort nicht der CO2-technisch ideale Neubau vorgesehen werden soll. Dazu setzen wir einen hübschen Grenzwert für den CO2-Ausstoß von Neuanlagen. Liegt eine über diesem, ist auch keien Ausnahme zu bekommen. CCS gibt's hier natürlich nicht!
    • Eine Kennzeichnungspflicht für den Energiebedarf im Betrieb für *sämtliche* elektrischen Geräte in sehr deutlicher Form sowohl mit einem jährlich angepasstem Marktvergleich wie auch mit konkreten Zahlen.
    • Kleine Nettigkeit für Autos, weil mir das immer wieder begegnet: Ist von einem Modell eine nicht weniger als 10% schwächere Variante mit geringerem Verbrauch verfügbar, muss ein entsprechender Warnhinweis angebracht werden. Derzeit kaufen viele in dem Glauben an "wenig Leistung wird wohl sparsam sein" noch Autos mit leistungsschwachen und billigen aber nicht eben sparsamen Grauguss-Motoren.
    • Wiederaufforstung von aufgegebenen landwirtschaftlichen oder militärischen Flächen. Ich vermute, damit wäre die erforderliche CO2-Bilanz fast alleine erreichbar…
    • Verschärfung der EnEV soweit, dass Neubauten noch in dieser Legislaturperiode regenerativ versorgte Passivhäuser sein *müssen* oder eine Begründung geliefert werden muss, wieso eine regenerative Versorgung nicht möglich ist. Sprich: Jeder Neubau hat im Regelfalle _gar keinen_ Heizenergiebedarf mehr.
    • Massive Verschärfung der CO2-Grenzwerte für Autos: die 130g werden nicht als Durchschnitt, sondern als Höchstwert festgelegt. Nur 5% der von einem Hersteller produzierten Modelle dürfen über diesem Wert liegen. Damit bleibt Platz für ein paar "guckt mal, was wir können"-Modelle, die Mehrzahl aber muss massiv auf Verbrauch optimiert werden. Ich persönlich halte die Grundlagen für einen Durchschnitt von 95g auch ohne den Einsatz von Elektroautos bereits heute für gegeben.
    • Apropos Elektroautos: Diese werden mit einer scheinbar hohen Kfz-Steuer von 250€ belegt, dafür kriegen die Käufer aber 5000€ geschenkt. Unterm Strich rentiert sich das ganze für die Käufer immer noch, weil die Verbrauchskosten ja vergleichsweise verschwindend gering sind. Dafür lassen wir den Parkplatz-Quatsch weg.

    Samstag, 4. September 2010

    Das Wikipedia-Prinzip der maximalen Aufregung

    Vor einigen Tagen hatte ich eine mehr als bizarre Beobachtung auf der Löschseite der Wikipedia. Da stellte jemand etwa 20 Löschanträge zu diversen Artikeln über Brunnen. Genauer handelte es sich hierbei um jeweils eine Kurzerklärung des Motivs und darunter eine stichpunktartige, verlinkte Aufzählung solcher Artikel. Ein konkretes Beispiel hiervon ist der Artikel "Simsonbrunnen". Diese Artikel hatten seiner Meinung nach das Problem, fälschlich als Liste eingeordnet zu sein, obwohl es sich dabei um Begriffsklärungen handelt. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Statt dies aber einfach zu ändern, musste er eben Löschanträge stellen – nach 30 Minuten war der ganze Spuk durch die Mitarbeit einiger anderer Benutzer erledigt.

    Eine andere aktuelle Löschdiskussion geht um den Artikel zum VW Passat B7. Dieses Auto wird so sicher wie das Amen in der Kirche am 2. Oktober 2010 vorgestellt werden; mit etwas Glück auch schon 1-2 Tage früher. Trotzdem gibt es jetzt eine Löschdiskussion mit "Glaskugel" (was soviel heißt wie "Zukunftsmusik"), wo auch noch diverse Benutzer für Löschen plädieren. Warum man jetzt einem Admin die Arbeit machen muss, den Artikel zu löschen und in 4 Wochen wiederherzustellen, wissen wohl die Löschbefürworter selbst nicht.

    Ein anderes gängiges Problem dieser Art sind sogenannte Sperrprüfungen bei Benutzern, die wegen einer Verbalentgleisung oder eines Editwars für 30 Minuten gesperrt wurden. Da endet dann die Diskussion, ob die Sperre berechtigt war, mit dem Satz "Erledigt, da Sperre abgelaufen." – solche Diskussionen dauern sonst nicht selten mehrere Stunden. In der gleichen Zeit könnte der gesperrte Benutzer auch einfach einmal durchatmen, dann ist selbige schon fast abgelaufen.

    Gar nicht anfangen möchte ich mit einer Unmenge an Löschanträgen mit der ausdrücklichen Absicht, dass der Artikel bitte überarbeitet werden würde.

    Nach all solchen Diskussionen – es gibt auch Editwars und Sperrverfahren um Satzstellungen oder Rechtschreibung, Löschdiskussionen wegen Tippfehlern oder eine unendliche Zahl von Benutzern, die einen irgendwie gearteten Hinweis, dass ihrem gerade angelegten Artikel irgendetwas wichtiges fehlt, als Grund für eine mit Verbalentgleisungen durchsetzte Vandalismusmeldung sehen – komme ich immer mehr zu der Erkenntnis, dass es ein "geheimes Wikipedia-Prinzip" gibt. Dieses Prinzip nenne ich das "Wikipedia-Prinzip der maximalen Aufregung". Dieses Prinzip folgt dem Grundsatz, dass ein Problem, welches man klein und unauffällig schnell lösen könnte, ohne dass irgendein Benutzer sich deswegen angegriffen fühlen müsste oder es zu einer Diskussion (gar einer größeren) kommt, zwingend so lösen muss, dass eine große Zahl an bisher unbeteiligten Benutzern darin involviert wird, derjenige dessen Änderung unübersehbar als unfähig dargestellt wird und vor allem auch garantiert die Leser merken, dass der Amtsschimmel einmal mehr wiehert.