Dienstag, 3. August 2010

Riesiger Fortschritt der Solartechnik

Bisher krankt die Solartechnik, die ja zumeist in Photovoltaik und Solarthermie geteilt wird an ihrer schlechten Wirtschaftlichkeit, die durch das Verhältnis aus eher mäßigen Wirkungsgraden und den eher hohen Herstellungskosten verursacht wird. Dies könnte sich nun dank einer Entwicklung der Stanford University massiv ändern. Diesen ist es gelungen, die beiden Funktionen miteinander zu kombinieren, so dass der Wirkungsgrad von den derzeitigen gerade einmal 20% auf über 50% steigt. "Nebenbei" sind sowohl Herstellung wie auch Rohstoffe für dieses System preiswerter als für eine herkömmliche Photovoltaik. Mit einer bisher nur theoretischen Weiterentwicklung wäre wohl sogar ein Wirkungsgrad von fast 60% möglich.

Die Lösung ist wie so oft relativ trivial: Eine Photovoltaik verliert sehr stark an Wirkungsgrad, wenn sie sich zu stark erhitzt. Diese Lösung umgeht das ganze durch eine dünne Schicht Caesium, deren genaue funktion ich noch nicht so perfekt verstanden habe. Hierdurch kann die Wärme zusätzlich verwertet werden und das ganze erreicht den idealen Wirkungsgrad erst bei über 200°C. Caesium ist übrigens _nicht_ radioaktiv, dies gilt nur für einige künstliche Isotope; allerdings reagiert das Zeug mit so ziemlich allem und mit Luft und Wasser jeweils recht heftig…

Mit diesen 50% Wirkungsgrad und dem Wissen über bisher 20% kann man ja mal eine kleine Kostenrechung anstellen. Derzeit wird allgemein gesagt, dass in Deutschland so eine Photovoltaik-Anlage nach 10 Jahren über den garantierten Strompreis von 45ct pro kWh für die Dinger refinanziert ist; wobei die Anlagen selbst in der Regel doppelt so lange halten. Damit wären wir bei Kosten im Bereich von 22ct. Dies nun bei gleichen Kosten (die es ja nicht einmal sind!) auf einen Wirkungsgrad von 50% hochgerechnet wären wir bei Kosten von 9ct pro kWh. Das ist zwar immer noch das doppelte gegenüber Kohle, aber aufgrund der wesentlich einfacheren Rahmenbedingungen und der natürlich wesentlich besseren Umweltbilanz (die eigentlich schon lange überholte Diskussion über die Produktionsenergie ist hier überhaupt kein Thema mehr) dürfte diese Technik die Chance bieten, mit der man Solarenergie in einer ganz großen Basis und womöglich als primäre Energiequelle einsetzen kann.

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