Montag, 2. August 2010

Mac mini-(nicht-)Konkurrenz

Manchmal ist es erstaunlich, wie sehr sich die klassischen PC-Hersteller von dem Mac-Hersteller Apple auf der Nase herumtanzen lassen. Vor inzwischen 5 1/2 Jahren (genauer am 11. Januar 2005) stellte Apple den "Mac mini" vor – einen Desktop-Rechner, der auf Notebook-Technik basiert und auf Erweiterungsslots völlig verzichtet; dafür ist das Gerät mit einem Gehäusevolumen von 1,4L extrem kompakt und hat durch die Notebook-Technik auch einen extrem geringen Stromverbrauch. Beim aktuellen Gerät ist gar von weniger als 10W im Idle die Rede (es gibt Netzteile, die "aus" mehr wollen!); bei dem davor waren es noch 13W. Die ersten Generationen bewegen sich dagegen zwischen 25 und 40W. Mit "klein" und "sparsam" erfüllt das Ding also genau die beiden Kriterien, wegen denen sich Nettops und Netbooks in Massen verkaufen und es kommt noch der Aspekt einer gegen über diesen wesentlich höheren Leistung hinzu.

Doch auch nach all dieser Zeit hat es kein Hersteller geschafft, dieses Konzept zu kopieren. Bereits relativ zeitnah hatte Acer ein relativ hässliches Gerät vorgestellt, dass grundsätzlich eine ähnliche Idee verfolgte, allerdings völlig überteuert war. Es war recht schnell wieder vom Markt. Etwas besser ergeht es dem Fujitsu Esprimo Q1500. Nachdem auch dieses Gerät anfangs auf einen extrem langsamen Celeron-Prozessor setzte, wird inzwischen ein Pentium Dual-Core T4300 eingesetzt. Inzwischen hat das Gerät unter dem Namen Q9000 einen Nachfolger mit Core i3- oder i5-Prozessoren, für welchen Fujitsu einen Idle-Verbrauch von 16W angibt. Optional ist für beide Fujitsu-Geräte im Gegensatz zum Mac Mini auch ein BluRay-Laufwerk verfügbar, einen leistungsstarken Grafikchip gibt es dagegen nicht.

Ein weiteres Modell dieser Art ist der Dell Zino HD. Dabei handelt es sich um ein System mit AMDs Spar-CPUs 3250e und 6850e. Beide Prozessoren entstammen ebenso wie der verwendete Chipsatz der Desktop-Technik, weshalb die Stromaufnahme nicht ganz so sensationelle 30-35W (je nach Testbericht, Dell selbst macht hier keine Angaben) beträgt. Das Gerät soll jetzt einen auf der aktuellen AMD-Notebook-Plattform basierenden Nachfolger bekommen. Auch hier gibt es optional BluRay. Die Grafik ist wahlweise ein Radeon HD 4250 (also die Grafikeinheit des verwendeten Chipsatzes) oder ein Mobility Radeon HD 5450. Daten zu Stromaufnahme und Preis sind leider noch nicht bekannt, ein Handbuch gibt es aber schon. Sollte nach 5 1/2 Jahren dann endlich ein wirklich interessanter Mac mini-Konkurrent erscheinen?

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