Dienstag, 31. August 2010

Der weiße Fleck, der woanders war

Die Deutsche Telekom hat nun in Kyritz im Nordwesten Brandenburgs den ersten Sendemast einer neuen Mobilfunktechnik, genannt "LTE" aufgebaut. Die Stadt mit knapp 10.000 Einwohnern war dem Rest der Republik wohl bisher entweder völlig unbekannt oder der Name ist im Kontext des Bombodroms einmal gefallen, dessen Gebiet als Kyritz-Ruppiner Heide unter anderem nach diesem Ort benannt ist. Entsprechend niedrig ist der Wissensstand über den Ort, was sich offenbar bis weit in die IT-Fachjournalisten zieht – man ließt nämlich den schönen Satz "ein weißer Fleck von der Breitband-Landkarte gestrichen" an diversen Stellen. Fragt man einmal die Ortsansässigen, die es wider jedes Erwartens im Internet gibt, staunt man: In der Innenstadt gibt es 6, in den Randbereichen 2MBit-DSL. Und irgendwo wird da auch gerade ein VDSL mit bisher allerdings nur 16MBit aufgebaut – ein weißer Fleck ist DAS nicht.

Ganz anders ließt sich die Meldung dann bei heise: Hier ist von der im Westen angrenzenden Gemeinde Gumtow mit 3700 Einwohnern die Rede. Hier erleben wir dann das klassische DSL-Problem, wo der eine Ort VDSL hat und der Vorort sich über Sumpf-DSL freuen kann. Offenbar ist es (nicht nur hier) für die Telekom rentabler, einen Ortskern von 6 auf 16 oder gar 52 MBit aufzurüsten als Vororte überhaupt zu versorgen… Bin ich der einzige, der das nicht wirklich glaubt und es vor allem ziemlich doof findet?

Ein paar weitere offene Fragen gibt es noch: Angeblich gibt es keine Geräte (in Schweden aber durchaus, inkompatible Standards?), Preise will die Telekom nicht nennen, sondern "in Abhängigkeit von den Gerätepreisen" (sic!) festlegen und für die Bandbreite ist nur von 2MBit die Rede. Das wäre weniger als UMTS, aber offenbar meint man die "Erwartete Bandbreite pro Kunde" – nur bei wie vielen Kunden, das steht da nicht; sicherlich nicht bei 3700… Da ist dann also noch ein weißer Fleck, nämlich der im Informationswert des Artikels.

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