Samstag, 19. Juni 2010

Warum englisch die perfekte Weltsprache ist

Es gibt ja immer wieder Versuche, irgendeine künstliche Sprache als "Weltsprache" zu etablieren. Dennoch hat sich in dieser Rolle bisher sehr deutlich die englische Sprache durchgesetzt. Dies liegt aber nicht nur in ihrer Geschichte begründet, sondern auch in ihrem Aufbau und ihrer Entwicklung.

Die englische Sprache ist in ihrer kontinuierlichen Entwicklung inzwischen über 1500 Jahre alt. Dazu hat es in ihr nie "Sprachpuristen" gegeben und bis heute gibt es lediglich beschreibende, nicht aber normierende Wörterbücher. Weitere Punkte sind der teilweise inflationäre und durchaus auch in förmlicheren Texten geduldete Einsatz von Auslassungszeichen und zusammengesetzten Worten - würde ein Deutschlehrer bei dem Text "Kannste ma' Kaffee machen? Is' alle." in Ohnmacht fallen, sind derartige Konstruktionen im Englischen normal.

Dies führt dazu, dass sich die Sprache sehr schnell verändern kann und dies in ihrer Geschichte auch tat. Die ursprüngliche Grammatik war der deutschen nicht unähnlich, jedoch wurde sie mit der Zeit immer weiter vereinfacht, den grammatikalischen Zusammenhang angepasste Wortformen (Flexionen) stellen eine absolute Ausnahme dar und folgen fast immer einem festen Schema. Die kleine Zahl der unregelmäßigen Wortformen verschwindet darüber hinaus mit der Zeit - so sind rund 20% der sowieso nur 170 unregelmäßigen Verben auch oder sogar hauptsächlich in der regelmäßigen Form üblich. Im Deutschen müsste man hier erst einmal definieren, was "regelmäßig" meint; romanische Sprachen haben einfach diverse verschiedene Regeln.

Dies alles führt dazu, dass man nur sehr wenig Grammatik lernen muss - eigentlich nur die Verwendung der Hilfsverben "to be", "to have" und "to do" (wobei die Vergangenheitsform anders als im Deutschen *immer* mit "to have" gebildet wird, was die Trefferquote in anderen Fällen auf 50% erhöht ;)) und die teilweise abweichende Bedeutung von Präpostionen. Außerdem macht die recht große Zahl offizieller Schreibweisen mit Auslassungszeichen die Sache nicht immer einfach - zumal "I'd go" sowohl "Ich würde gehen" wie auch "ich bin gegangen" heißen kann.

Während allerdings die Grammatik des englischen kaum noch regelmäßiger geht, gilt dies für die Aussprache so gar nicht. Die englische Sprache ist durchsetzt von Worten (immerhin 25%!), die eine für uns ungewohnte Mischung zwischen Fremd- und Lehnworten sind. Während die Grammatik meist sofort an die englische Sprache angepasst wird, passiert dies mit der Aussprache wesentlich weniger oder auch nur teilweise und gerne auch mal regional verschieden. Dies führt zu dem Vorurteil, die englische Sprache habe keine Ausspracheregeln. Tatsächlich hat sie durchaus solche, aber mit Unmengen von Ausnahmen; besonders Worte französischer Herkunft fallen hier (genau wie im Französischen selbst) durch viele stumme Laute auf.

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