Donnerstag, 24. Juni 2010

Starmada - made in China als Qualitätsmerkmal

Automodelle von Vorbildern der Marke Mercedes-Benz im Maßstab 1:87 sammle ich schon seit einigen Jahren. Nun kam Anfang 2009 ein "neuer" Hersteller auf den Markt, Starmada. Hierbei handelt es sich um die Zusammenarbeit des in Hongkong ansässigen Herstellers Ricko und des deutschen Brekina. Ricko übernimmt hierbei die Fertigung, Brekina den Vertrieb für Europa und wohl auch einen Teil der Produktplanung. Beide Unternehmen bieten hiervon unabhängig auch Modelle unter dem eigenen Namen an - nur eben seit 2009 keine neuen Mercedes-Vorbilder mehr.

Diese Konstellation ist ein offenbar sehr fruchtbar, in den jetzt 18 Monaten sind so 8 Modelle entstanden, die in ihrer Detaillierung und auch der Farbwahl ihresgleichen suchen. Auch den bei "Made in China" üblichen endlosen Lieferverzug hat man weitgehend im Griff, einzig der im Hintergrund des Fotos abgebildete "Harburger Transporter" sollte ursprünglich zwei Monate früher erscheinen. Die Modellwahl ergibt sich durch die die Ausrichtung des Brekina-Sortimentes auf die Zeit von 1950 bis 1980, wobei mit dem Mercedes-Benz 190 E (W201) im Vordergrund auch ein neueres Vorbild umgesetzt wurde. Bei allen Typen wird versucht, sich gegenüber älteren und fast ausnahmslos nicht mehr erhältlichen Konkurrenzmodellen durch andere Modelljahre abzusetzen - so etwa beim 190 E das Facelift des Jahres 1988 mit der Seitenverkleidung. Gerade dieser Punkt ist in der Branche leider ganz und gar nicht üblich; bei Modellbahnen ist es nicht einmal selten, dass zwei Hersteller aus einer riesigen Serie die gleiche Betriebsnummer nutzen.

Das erste Modell dieser Serie war unmittelbar nach der Spielwarenmesse 2009 die typische Staatslimousine der 1970er und 1980er Jahre, der Mercedes-Benz 600 (W100), und zwar die Langversion dieses. Dieses Modell gab es in zwei Schüben in inzwischen insgesamt sechs Farben, darunter in weiß (wie von Ugandas einstigem Diktator Idi Amin gefahren), aber auch dem für dieses Modell unerlässlichen schwarz. Weitere sind gold, silber, schwarz und rot. Ein Vorserienmodell in einem zweiten, helleren Rotton wurde für einen guten Zweck versteigert.

Es folgten der Mercedes-Benz 220 (W187), der Vorläufer der heutigen S-Klasse im April in ausschließlich dunklen Farbtönen (weinrot, graphitgrau und schwarz) und mit dem Mercedes-Benz 280 SE (W108) die S-Klasse der späten 1960er im Juni 2009, bei der neben erneut graphitgrau und braun mit pastellblau der Trend zu helleren Farben langsam beginnt. Ab dem im September ausgelieferten Mercedes-Benz 450 SEL (W116), dem Nachfolger des W108 wurde die Zahl der Farben auf vier erhöht; bei diesem Modell zudem mit einer für die 1970er Jahre so typisch popigen Wahl von feuerrot, sattgrün, hellgelb und dunkelblau - quietschbunt konnte nicht erst Windows XP. Im Novenber 2009 kam noch der 190 E, dieser jedoch in nur den drei Farben weiß, rot und blau.

Das Jahr 2010 begann noch vor der Messe mit dem eigentlich noch für 2009 geplanten Harburger Transporter oder "Mercedes-Benz L 206 D", welcher in je zwei Farben als Bus (grün und weiß) und Kasten (blau und gelb) angeboten wurde. Im April folgte nun der Mercedes-Benz 190c (W110) mit drei Farben (auch hier mit lichtgrau, dunkelgrün und capriblau drei Farben, die man bei diesem Typ noch heute gelegentlich im Straßenverkehr antreffen kann) und erstmals einer bedruckten Version der Hamburger Polizei. Im Mai bekam nun auch der Harburger Transporter eine bedruckte Version als Fahrzeug der Autovermietung "Selbstfahrer Union", der heutigen Europcar.

Das neuste Modell, dass die Website von Ricko noch nicht einmal kennt, ist die Langversion des Mercedes-Benz W115 oder /8, als Verkaufsbezeichnung profan "Mercedes-Benz 220 D". Das oft als (beiges) Taxi eingesetzte Fahrzeug bekam aufgrund dieser Farbe und seiner mit 60 PS sehr begrenzten Motorleistung den Spitznamen "Wanderdüne". Der Sprint auf 100 soll über eine halbe Minute dauern und danach ist es recht bald vorbei mit weiterer Beschleunigung. Eine Taxiversion gibt es zunächst nicht, wohl aber ganze fünf Farben: Im allgemeinen Handel findet sich der Wagen in stahlblau, schwarz, korallenrot und hellblau; darüber hinaus wurde für einen Online-Händler eine auf 500 Exemplare limitierte Sonderversion in einem dunkleren Rotton aufgelegt.

Für die Zukunft geplant noch dieses Jahr sind unter anderem der "Düsseldorfer Transporter" in drei Formvarianten, das seltene Kombi des Mercedes-Benz 180 (W120) und das Mercedes-Benz 220 S Coupé (W180). Klassische Vorbilder des ältesten Automobilherstellers der Welt gibt es bei anderen Herstellern schon seit vielen Jahren keine neuen mehr und gab es sowieso nie in dieser Häufung.

Die einzige Panne an der Aktion bisher sei indes als Lacher zum Abschluss auch erwähnt: Auf allen Modell-Verpackungen steht "Weitere Infos unter: www.starmada.de" - derzeit sind diese Infos aber einzig ein "404" ;)

Keine Kommentare: