Dienstag, 29. Juni 2010

Empfehlungen für PC-Netzteile Juni 2010

Nachdem ich immer wieder nach den idealen PC-Netzteilen gefragt wurde und in diesem Blog auch schon sehr viel über die theoretischen Grundlagen hierzu referiert habe, möchte ich nun einmal ein paar konkrete Empfehlungen abgeben, welche Netzteile derzeit für welchen PC ideal sind.

Netzteile werden für die "80 PLUS"-Zertifizierung, welche man heute bei der Netzteil-Wahl als zwingend ansehen sollte, bei 20, 50 und 100 % ihrer Nennleistung geprüft. Dabei ist der Wirkungsgrad bei 50 % etwas besser als bei den beiden anderen Werten. Unter 20 %, spätestens aber unter 10 % der Nennleistung fällt der Wirkungsgrad rapide ab. Aus diesem Grund sollte sich ein Netzteil im Betrieb meist zwischen 20 und 50 % seiner Nennleistung bewegen - dies ist aber oft nicht so einfach umsetzbar.

Ein erstes Problem haben wir bei Nettops im Eigenbau. Diese Rechner haben - weitgehend unabhängig ob belastet oder nicht - eine Stromaufnahme von 15-25 W. Insofern sind die bei als Komplettsysteme verwendeten Netzteile mit einer Nennleistung von 60 W schon ideal; diese haben aber keinen ATX-Stecker, sondern irgendwelche Eigenbau-Normen. Ein vergleichbares System nennt sich "Pico-PSU". Hierbei muss man dann jedoch zum einen entweder ein Gehäuse finden, in dem sich durch das fehlende ATX-Netzteil kein Loch ergibt oder dieses Loch irgendwie schließen. Besonders preisgünstig ist eine solche Pico-PSU zudem auch nicht. Da es zudem keine brauchbaren ATX-Netzteile unter 300 W Nennleistung gibt, landen wir bei dem be quiet Pure Power 300 W L7, dem einzigen "80 PLUS Bronze" mit 300 W derzeit am Markt.

Ob des Mangels an wirklich kleinen Netzteilen bleibt uns dieses Netzteil auch für etwas größere Rechner noch einige Zeit erhalten. Insbesondere bei Systemen, die lediglich über eine Onboard-Grafiklösung und eine einzelne Festplatte verfügen, ist es unabhängig von dem Prozessor die ideale Wahl.

Kommt eine zweite Festplatte oder eine auch nur kleine Grafikkarte hinzu und der Prozessor ist darüber hinaus ein Quadcore mit Ausnahme von intels Sockel 1156-Modellen, ist der Leerlauf-Verbrauch hoch genug, um ein Netzteil mit einer Nennleistung von etwa 400 W zu rechtfertigen. Hier ist das Enermax PRO82+ 385 W zu empfehlen. Selbiges erlaubt auch den Einsatz von Grafikkarten ohne eine eigene Stromversorgung unabhängig vom sonstigen System. Bei einer größeren Zahl an Festplatten in Verbindung mit einem Core i7-9xx sollte man über eine Nummer größer nachdenken, welches es auch mit Kabelmanagement gibt.

Der Einsatz einer Grafikkarte, die eine eigene Stromversorgung über einen 6-Pin PCIe-Stecker besitzt, ist mit den beiden vorgenannten zwar prinzipiell möglich, so der Prozessor nicht zu hungrig ist. Allerdings liegt der Verbrauch in solchen Systeme oft genug hoch genug, damit sich dieses Netzteil lohnt: Enermax Pro87+ 500 W. Selbiges hat einen nochmal deutlich höheren Wirkungsgrad - allerdings bei einem recht heftigen Preis, der sich nur dann rentiert, wenn der Rechner häufig wirklich ausgelastet wird.

Mit diesem Netzteil ist man nach oben hin dann sehr lange gut versorgt, da es bisher keine Netzteile mit einem noch besseren Wirkungsgrad gibt. Die Unterschiede im Wirkungsgrad zwischen 50 und 100 % der Nennleistung zu beachten, ist eher müßig, da der erforderliche Leerlauf-Verbrauch mit 120 W schon sehr hoch wäre. Erst bei dem Einsatz mehrerer Grafikchips; gleich ob auf einer oder auf mehreren Karten, können die 500 W eng werden; ebenso bei nVidias GeForce GTX400-Serie. Im Falle von nur einer Karte mit sehr hohen Stromverbrauch (2 PCIe-Stecker, von denen einer 8 Pins hat) tut es ein Modell mit 650 W, wo sich etwa dieses sehr leise Modell von Seasonic empfiehlt. Das gleiche gilt für zwei Karten, die jeweils über zwei 6-Pin-Stecker verfügen.

Auf noch größere Konstruktionen will ich hier nicht eingehen; bei diesen Rechnern ist die Stromaufnahme so oder so gewaltig, da ist der Netzteil-Wirkungsgrad sowieso von untergeordneter Bedeutung. Hier kann jedoch im Einzelfall durchaus eine Nennleistung von über 1000 W erforderlich sein.

Abschließend noch ein kleiner Ausblick auf die Zukunft. Noch in diesem Jahr haben mit Seasonic und Cougar zwei Hersteller bessere Netzteile mit einer Nennleistung von 400 W angekündigt. Bei Seasonic ist dies ein passiv gekühltes 80 PLUS Gold, bei dem ich noch nicht so recht weiß, was ich von der Kühlweise halten soll; bei Cougar ein konventionelles 80 PLUS Silber. Preise und genaue Erscheinungstermine für beide stehen noch aus.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Starmada - made in China als Qualitätsmerkmal

Automodelle von Vorbildern der Marke Mercedes-Benz im Maßstab 1:87 sammle ich schon seit einigen Jahren. Nun kam Anfang 2009 ein "neuer" Hersteller auf den Markt, Starmada. Hierbei handelt es sich um die Zusammenarbeit des in Hongkong ansässigen Herstellers Ricko und des deutschen Brekina. Ricko übernimmt hierbei die Fertigung, Brekina den Vertrieb für Europa und wohl auch einen Teil der Produktplanung. Beide Unternehmen bieten hiervon unabhängig auch Modelle unter dem eigenen Namen an - nur eben seit 2009 keine neuen Mercedes-Vorbilder mehr.

Diese Konstellation ist ein offenbar sehr fruchtbar, in den jetzt 18 Monaten sind so 8 Modelle entstanden, die in ihrer Detaillierung und auch der Farbwahl ihresgleichen suchen. Auch den bei "Made in China" üblichen endlosen Lieferverzug hat man weitgehend im Griff, einzig der im Hintergrund des Fotos abgebildete "Harburger Transporter" sollte ursprünglich zwei Monate früher erscheinen. Die Modellwahl ergibt sich durch die die Ausrichtung des Brekina-Sortimentes auf die Zeit von 1950 bis 1980, wobei mit dem Mercedes-Benz 190 E (W201) im Vordergrund auch ein neueres Vorbild umgesetzt wurde. Bei allen Typen wird versucht, sich gegenüber älteren und fast ausnahmslos nicht mehr erhältlichen Konkurrenzmodellen durch andere Modelljahre abzusetzen - so etwa beim 190 E das Facelift des Jahres 1988 mit der Seitenverkleidung. Gerade dieser Punkt ist in der Branche leider ganz und gar nicht üblich; bei Modellbahnen ist es nicht einmal selten, dass zwei Hersteller aus einer riesigen Serie die gleiche Betriebsnummer nutzen.

Das erste Modell dieser Serie war unmittelbar nach der Spielwarenmesse 2009 die typische Staatslimousine der 1970er und 1980er Jahre, der Mercedes-Benz 600 (W100), und zwar die Langversion dieses. Dieses Modell gab es in zwei Schüben in inzwischen insgesamt sechs Farben, darunter in weiß (wie von Ugandas einstigem Diktator Idi Amin gefahren), aber auch dem für dieses Modell unerlässlichen schwarz. Weitere sind gold, silber, schwarz und rot. Ein Vorserienmodell in einem zweiten, helleren Rotton wurde für einen guten Zweck versteigert.

Es folgten der Mercedes-Benz 220 (W187), der Vorläufer der heutigen S-Klasse im April in ausschließlich dunklen Farbtönen (weinrot, graphitgrau und schwarz) und mit dem Mercedes-Benz 280 SE (W108) die S-Klasse der späten 1960er im Juni 2009, bei der neben erneut graphitgrau und braun mit pastellblau der Trend zu helleren Farben langsam beginnt. Ab dem im September ausgelieferten Mercedes-Benz 450 SEL (W116), dem Nachfolger des W108 wurde die Zahl der Farben auf vier erhöht; bei diesem Modell zudem mit einer für die 1970er Jahre so typisch popigen Wahl von feuerrot, sattgrün, hellgelb und dunkelblau - quietschbunt konnte nicht erst Windows XP. Im Novenber 2009 kam noch der 190 E, dieser jedoch in nur den drei Farben weiß, rot und blau.

Das Jahr 2010 begann noch vor der Messe mit dem eigentlich noch für 2009 geplanten Harburger Transporter oder "Mercedes-Benz L 206 D", welcher in je zwei Farben als Bus (grün und weiß) und Kasten (blau und gelb) angeboten wurde. Im April folgte nun der Mercedes-Benz 190c (W110) mit drei Farben (auch hier mit lichtgrau, dunkelgrün und capriblau drei Farben, die man bei diesem Typ noch heute gelegentlich im Straßenverkehr antreffen kann) und erstmals einer bedruckten Version der Hamburger Polizei. Im Mai bekam nun auch der Harburger Transporter eine bedruckte Version als Fahrzeug der Autovermietung "Selbstfahrer Union", der heutigen Europcar.

Das neuste Modell, dass die Website von Ricko noch nicht einmal kennt, ist die Langversion des Mercedes-Benz W115 oder /8, als Verkaufsbezeichnung profan "Mercedes-Benz 220 D". Das oft als (beiges) Taxi eingesetzte Fahrzeug bekam aufgrund dieser Farbe und seiner mit 60 PS sehr begrenzten Motorleistung den Spitznamen "Wanderdüne". Der Sprint auf 100 soll über eine halbe Minute dauern und danach ist es recht bald vorbei mit weiterer Beschleunigung. Eine Taxiversion gibt es zunächst nicht, wohl aber ganze fünf Farben: Im allgemeinen Handel findet sich der Wagen in stahlblau, schwarz, korallenrot und hellblau; darüber hinaus wurde für einen Online-Händler eine auf 500 Exemplare limitierte Sonderversion in einem dunkleren Rotton aufgelegt.

Für die Zukunft geplant noch dieses Jahr sind unter anderem der "Düsseldorfer Transporter" in drei Formvarianten, das seltene Kombi des Mercedes-Benz 180 (W120) und das Mercedes-Benz 220 S Coupé (W180). Klassische Vorbilder des ältesten Automobilherstellers der Welt gibt es bei anderen Herstellern schon seit vielen Jahren keine neuen mehr und gab es sowieso nie in dieser Häufung.

Die einzige Panne an der Aktion bisher sei indes als Lacher zum Abschluss auch erwähnt: Auf allen Modell-Verpackungen steht "Weitere Infos unter: www.starmada.de" - derzeit sind diese Infos aber einzig ein "404" ;)

Canon EOS 1000D und das Rauschen

Für Fotos habe ich - nachdem Kompaktkameras ob ihres Rauschverhaltens inzwischen ja überhaupt nicht mehr zu gebrauchen sind - seit einigen Jahren eine Canon EOS 1000D im Einsatz. Mit der Kamera bin ich insgesamt trotz ihrer Einfachheit sehr zufrieden, zumal ich das Glück hatte, noch eine Version mit dem stabilisierten Kit-Objektiv zu bekommen, welches wohl auch besser verarbeitet sein soll.

Wie es aber immer so ist, steigen die Ansprüche - vor allem jene an das Rauschverhalten. War ich nach dem Wechsel von einer Kompaktkamera auf die 1000D noch von der scheinbaren Rauschfreiheit der Bilder begeistert, stelle ich inzwischen fest "das ist aber verrauscht". Das Rauschverhalten der Kamera gilt auch für eine Spiegelreflexkamera nicht gerade als mustergültig; der ISO 1600-Modus ist schlicht unbenutzbar. Zum Vergleich sind heutige Kameras mindestens zu ISO 6400, viele sogar zu 5-stelligen ISO-Werten in der Lage.

Die naheliegendste Lösung ist hierbei, den ISO-Modus fest einzustellen und zwar gleich auf ISO 100. In den wenigen Fällen, wo dies nicht ausreicht, wird eben manuell hochgedreht. Dies führt zum einen dazu, dass eine Variable bei den Einstellungen für das Foto wegfällt und zum anderen erspart es einem Frust durch verrauschte Fotos. Leider reicht aber auch das nicht immer; insbesondere bei roten Motiven rauscht die Kamera selbst auf ISO 100 noch. Dafür kann man entweder einen wahnsinnig komplizierten Filter bauen, oder einen einfachen Trick anwenden: Das Foto wird zunächst bewusst um eine Stufe überbelichtet und als RAW-Datei nachher um diese Stufe wieder abgedunkelt. Hierdurch reduziert sich nach meiner Erfahrung das Rauschen etwas. Da die Kamera sowieso zu etwas zu dunklen Bildern tendiert muss man ansonsten eher oft aufhellen, was ein vorhandenes Rauschen erst richtig verstärkt.

Ansonsten bin ich mit der Kamera übrigens sehr zufrieden; Dinge wie Videoaufzeichnung oder mehr Autofokus-Punkte fallen da eher unter "interessant, aber deswegen die Kamera wegwerfen muss nun auch nicht". Überhaupt kein Problem ist die Auflösung von "nur" rund 10 Megapixeln - bei bezahlbaren Objektiven muss an teilweise selbst diese noch reduzieren, um Schwächen des Objektivs zu kaschieren!

Flattr

Für alle, die das weiß-grün-orange Ding noch nicht bemerkt haben, dass sich derzeit links neben der Überschrift befindet: Hier gibt es von jetzt an einen Flattr-Button.

Ob sich die ganze Sache irgendwann für mich rentiert, weiß ich nicht; ich hoffe es indes durchaus. Als viel entscheidender sehe ich allerdings an, einen Dienst, der einem die Chance gibt, das Netz auf die Dauer auch ohne Tonnen von Werbebannern, Popups und "bitte bezahlen Sie, wenn Sie mehr als nur die Überschrift lesen wollen"-Meldungen nutzen zu können. Flattr gibt die Möglichkeit, etwas zu zahlen, enthält aber keinen Zwang.

Das System funktioniert so, dass sich jeder Benutzer - egal ob Leser oder Autor - bei Flattr anmelden muss, dort einen Account hat. In diesen zahlt er nun mindestens 2€ pro Monat ein (aufgrund der Paypal-Gebühren empfiehlt es sich, dies gleich für einige Monate im Voraus zu machen), die an die Seiten verteilt werden, auf denen er auf "Flattr this" geklickt hat - beziehungsweise auf die Zeile unter der Zahl. Wenn er öfters klickt, wird das Geld einfach auf mehr Seiten verteilt. Die Buttons selbst sind je nach Version ein Script mit Zähler oder ein einfaches Bild, bei dem man dann erst auf der Flattr-Seite selbst bestätigt. Zur Not kann man den Link aber wohl auch in einen Text stopfen.

Samstag, 19. Juni 2010

Warum englisch die perfekte Weltsprache ist

Es gibt ja immer wieder Versuche, irgendeine künstliche Sprache als "Weltsprache" zu etablieren. Dennoch hat sich in dieser Rolle bisher sehr deutlich die englische Sprache durchgesetzt. Dies liegt aber nicht nur in ihrer Geschichte begründet, sondern auch in ihrem Aufbau und ihrer Entwicklung.

Die englische Sprache ist in ihrer kontinuierlichen Entwicklung inzwischen über 1500 Jahre alt. Dazu hat es in ihr nie "Sprachpuristen" gegeben und bis heute gibt es lediglich beschreibende, nicht aber normierende Wörterbücher. Weitere Punkte sind der teilweise inflationäre und durchaus auch in förmlicheren Texten geduldete Einsatz von Auslassungszeichen und zusammengesetzten Worten - würde ein Deutschlehrer bei dem Text "Kannste ma' Kaffee machen? Is' alle." in Ohnmacht fallen, sind derartige Konstruktionen im Englischen normal.

Dies führt dazu, dass sich die Sprache sehr schnell verändern kann und dies in ihrer Geschichte auch tat. Die ursprüngliche Grammatik war der deutschen nicht unähnlich, jedoch wurde sie mit der Zeit immer weiter vereinfacht, den grammatikalischen Zusammenhang angepasste Wortformen (Flexionen) stellen eine absolute Ausnahme dar und folgen fast immer einem festen Schema. Die kleine Zahl der unregelmäßigen Wortformen verschwindet darüber hinaus mit der Zeit - so sind rund 20% der sowieso nur 170 unregelmäßigen Verben auch oder sogar hauptsächlich in der regelmäßigen Form üblich. Im Deutschen müsste man hier erst einmal definieren, was "regelmäßig" meint; romanische Sprachen haben einfach diverse verschiedene Regeln.

Dies alles führt dazu, dass man nur sehr wenig Grammatik lernen muss - eigentlich nur die Verwendung der Hilfsverben "to be", "to have" und "to do" (wobei die Vergangenheitsform anders als im Deutschen *immer* mit "to have" gebildet wird, was die Trefferquote in anderen Fällen auf 50% erhöht ;)) und die teilweise abweichende Bedeutung von Präpostionen. Außerdem macht die recht große Zahl offizieller Schreibweisen mit Auslassungszeichen die Sache nicht immer einfach - zumal "I'd go" sowohl "Ich würde gehen" wie auch "ich bin gegangen" heißen kann.

Während allerdings die Grammatik des englischen kaum noch regelmäßiger geht, gilt dies für die Aussprache so gar nicht. Die englische Sprache ist durchsetzt von Worten (immerhin 25%!), die eine für uns ungewohnte Mischung zwischen Fremd- und Lehnworten sind. Während die Grammatik meist sofort an die englische Sprache angepasst wird, passiert dies mit der Aussprache wesentlich weniger oder auch nur teilweise und gerne auch mal regional verschieden. Dies führt zu dem Vorurteil, die englische Sprache habe keine Ausspracheregeln. Tatsächlich hat sie durchaus solche, aber mit Unmengen von Ausnahmen; besonders Worte französischer Herkunft fallen hier (genau wie im Französischen selbst) durch viele stumme Laute auf.