Donnerstag, 22. April 2010

Luchse auf dem PC und anderswo [Update]

Foto: Wikipedia-Benutzer Mpiet, Lizenz: CC-BY-SA

In etwa einer Woche wird eine neue Version von Ubuntu Linux erscheinen (daher auch der violette Banner rechts). Diese trägt intern den Namen lucid lynx, zu deutsch "erleuchteter Luchs". Aus diesem Anlass möchte ich einmal den Luchs stellvertretend für all die Wildtierarten hier vorstellen, die es in Westeuropa dank menschlicher "Hilfe" heute kaum noch gibt und deren Wiederansiedelung derzeit im Gange ist.

Luchse sind an ihren markanten Ohrpinseln zu erkennen, die sie sehr deutlich von Hauskatzen und deren wilden Verwandten unterscheiden. Die Tiere können bis weit über einen Meter lang werden und wiegen normalerweise 15-20kg mit Extremwerten bis zu 29kg.

Der Luchs ist Europas größte Katzenart und die einzige Katze, die sich bis rauf zum Polarkreis verbreitet hat. Auf dem europäischen Festland waren die Tiere einst mit Ausnahme der Nordseeküste und Dänemarks überall heimisch. Mitte bis Ende des 19ten Jahrhunderts waren die Tiere in Deutschland ausgerottet - nicht, weil man die Tiere selbst fürchtete, sondern weil man sie als Nahrungskonkurrenten fürchtete und sie relativ leichte Beute waren. In ganz Westeuropa sah es ähnlich aus.

Seit 1971 gibt es in der Schweiz Projekte, um die Tiere wieder heimisch zu machen. Ein Problem ist hier, dass das Revier eines Luchses an das von Artgenossen grenzen muss, sondern gründen die Tiere keine Familie - in der Schweiz reden wir heute von gerade einmal 130 Tieren, was bereits der höchste Wert ganz Westeuropas (außer Skandinavien) ist. Für Deutschland geht man von nicht einmal 20 Tieren aus (zuzüglich des sehr jungen Ansiedlungsprojektes im Harz). Inzwischen gibt es in praktisch sämtlichen europäischen Gebirgen derartige Projekte. Ein weiteres Problem sind hierbei Vorurteile, nach denen die Tiere wahlweise gefährlich (was sowohl historische Dokumente wie auch jüngere Erfahrungen aus Ländern in denen es sie noch gibt nicht belegen), Nutztierräuber oder schlicht Nahrungskonkurrenten wären.

Und was hat das ganze mit Ubuntu zu tun? Nun, durch die Nutzung des freien Betriebssystems habt ihr doch sicherlich viel Geld gespart - wie wäre es also damit, einen Teil dieses gesparten Geldes für den Artenschutz auch und gerade in unserer eigenen Heimat zu spenden, auf dass solch faszinierende Tierarten eines Tages nicht mehr nur in Berichten aus fernen Ländern, sondern auch in der näheren Umgebung zu sehen sind?

Ein paar Links zum Thema Luchs, die hier auch als Quelle dienten:


Update

Offenbar hatten einige Leute bei Ubuntu die gleiche Idee wie ich. Canonical will 50% der Einnahmen aus dem "Ubuntuone Musik Store", der mit 10.04 in den Audio-Player Rhythmbox integriert hat in ein Projekt zur Erhaltung des Iberischen Luches oder Pardelluchses, einer mit nur noch 250 Tieren vom Aussterben bedrohten Art, die nur in Spanien vorkommen. Noch in den 1960ern waren über 5000 dieser Tiere auf der gesamten iberischen Halbinsel zu Hause.

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