Donnerstag, 22. Oktober 2009

Co2-Neutrale Blogs

Eine interessante Idee, um auf das Thema der Umweltbelastung durch IT aufmerksam zu machen ist die Aktion "mein Blog ist CO2-Neutral". Statistisch erzeugt jeder Zugriff auf einer Internetseite 0,02g CO2. Das ist nicht viel, läppert sich aber, so dass bei einem Blog mit 15.000 Zugriffen (ja, davon träume ich…) im Monat 3,6kg pro Jahr herauskommen. Die genannte Aktion will für jeden Blog, der mitmacht einen Baum pflanzen. Dieser kompensiert je nach Rechnung zwischen 10 und 30 kg CO2 pro Jahr. Was übrigens rechnerisch bedeutet, dass jeder Bundesbürger zwischen 300 und 900 Bäumen pflanzen müsste, um seinen CO2-Ausstoß zu kompensieren. Im Großen vergessen wir diesen Weg also einmal; im kleinen ist er aber mehr als wertvoll, zumal der eine Baum wohl mehr kompensiert, als die meisten Blogs erzeugen...

Aus dem Grunde kommt da rechts jetzt auch ein Banner hin ;)

Dienstag, 20. Oktober 2009

Mitmachaktion: CO2-Ausstoß

Ich habe gerade im Ubuntu-Offtopic-Chat dazu aufgerufen, einmal den eigenen CO2-Ausstoß zu errechnen. Das Ergebnis war erstaunlich: *jeder* dort bleibt weit unter dem Bundesdurchschnitt von 10t pro Kopf. Darum möchte ich einmal alle Leser dieses Blogs dazu aufrufen, ihren CO2-Ausstoß zu errechnen und mitzuteilen. Den Rechner gibt es unter http://lfu.klima-aktiv.de/.

Werte bisher:
jahb: 10,7 (21,39 mit 2 Personen)
meiner einer: 7,8t
TheInfinitiy: 6,5t (ein Grüner!)
zerwas: 5,9t
sash_: 5,9t (11,86 für 2 Personen)
ThreeM: 5,43
hui: 5t (4-Personen-Haushalt)
nymtar: 4,87t (Öko in WG)
...findet sich auch mal jemand ÜBER 10t?

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Neue Herangebensweise an die Energiebilanz von PCs

In den letzten Jahren war der beste Weg, die Umweltbilanz des eigenen PCs zu verbessern, ihn durch einen neuen zu ersetzen - die (über den Kaufpreis erahnbare) Produktionsenergie war oft binnen kürzester Zeit wieder eingespart. Doch nachdem sich im Bereich des Leerlauf-Verbrauches eine gewisse Sättigung eingestellt hat, sieht die Sache etwas anders aus.

Einen großen Schritt gibt es derzeit noch einmal im Bereich der Grafikkarten, wo in den letzten Tagen von ATI eine ganze Reihe neuer Karten vorgestellt wurde, die insbesondere im Leerlauf (in dem sich Grafikkarten nun einmal die meiste Zeit befinden) wesentlich weniger verbrauchen als noch die Vorgeneration. In Verbindung mit intels Core i7 870 liegt somit selbst ein absoluter Highend-PC bei etwa 65W im Leerlauf.

Bei diesen Zahlen werden weitere, zukünftig zu erwartende Einsparungen (etwa durch SSDs, weitere Verbesserungen der Stromsparmodi von CPU und GPU oder durch effizientere Netzteile) weniger interessant. Eine finanzielle wie energetische Refinanzierung benötigt wesentlich länger - und genau an diese verlängerten Refinanzierungszyklen gilt es sich in Zukunft auch im Kaufverhalten anzupassen. In Zeiten, in denen es keine ökologische Todsünde mehr ist, den PC mit etwas mehr Leistung zu versehen, gilt naturgemäß auch die Regel nicht mehr, dass der PC so wenig Leistung wie möglich und so viel wie nötig haben sollte. Stattdessen gilt es in Zukunft, die Nutzungsdauer des Rechners soweit, wie irgendwie möglich zu verlängern. In den letzten Jahren hat sich für diesen Bereich vor allem die Grafikkarte als begrenzender Faktor erwiesen, während selbst die ersten Dualcores von vor inzwischen über 4 1/2 Jahren sind noch immer nur in wenigen Fällen ein Hindernis!); also sollte eben diese Grafikkarte in Zukunft aus ökologischer Sicht lieber etwas größer bemessen werden (welch Unterschied zur Vergangenheit!). Dieser Wert hat aber Grenzen, da sich Grafikkarten zum einen nicht nur in der Leistung weiterentwickeln und zum anderen sehr schnelle Karten so viel mehr Geld kosten, dass sich die ganze Sache dann auch nicht mehr lohnt.

Als Beispiel nehmen wir die erste Generation der DirectX10-Grafikkarten (Radeon HD 2000, GeForce 8000). Modelle, die Mitte 2007 etwa 300€ kosteten sind noch heute in der Lage, leistungsmäßig mit Karten für etwa 80€ mitzuhalten. Mit leichten Einschränkungen lassen sich auch die Highend-Modelle der letzten Generation von DirectX9-Karten (Radeon X1xxx, GeForce 7000) noch verwenden, in dem gleichen Leistungsbereich liegen Mittelklasse-Modelle der ersten DX10-Generation. Karten der Generation davor erweisen sich aus heutiger Sicht hingegen als untauglich - unabhängig davon, was sie damals gekostet haben.

Die Leistung von Grafikkarten fällt also um eine der großen Leistungsstufen pro Generation, wobei die drei obersten problemlos, die vierte mit Einschränkungen (vor allem Egoshooter muss man etwas runterdrehen) eingesetzt werden können. Betrachten wir den Preis also nur in Hinblick auf die Langzeit-Tauglichkeit, sollte sich der Kaufpreis in etwa in dem Bereich des dreifachen einer der aktuell gerade noch uneingeschränkt einsetzbaren Karten bewegen. Derzeit liegt dieser Bereich bei einer Radeon HD 4770 oder einer 9800GT und damit bei 80€. Das dreifache davon sind 240€ und eine Radeon HD 5850, ATIx zweitschnellste Karte. In der anderen Richtung läuft die Betrachtung übrigens ähnlich: Eine GeForce 8800 GTS ist durchaus noch ausreichend und war zu ihrer Zeit ebenfalls das zweitschnellste Modell (die absurd überteuerte 8800 Ultra einmal ausgelassen). Ein weiterer Vorteil der Planung für drei Generationen ergibt sich daraus, dass sowohl DirectX9 wie auch 10 jeweils drei Karten-Generationen überdauerte.

Für den Rest des Rechners gilt dagegen: Behalten, so lange wie es irgendwie geht - was die drei Jahre bei weitem übersteigen kann. Die alles entscheidende Aussage liegt aber in etwas, was vor allem die "Öko-Muffel" begeistern wird: Umweltschutz wird in Zukunft nicht mehr durch "Verzicht auf Leistung" erreicht, sondern im Gegenteil durch Highend-PCs, die dann so lange benutzt werden, bis sie eher Lowend sind.

Sonntag, 4. Oktober 2009

CO2-Rechner

Nachdem ich schon die Berechnungsprogramme zum ökologischen Fußabdruck kritisch begleitet habe, sind heute jede zur persönlichen CO2-Bilanz dran. Genauer ist es nur einer, denn alles, was ich im Netz so finde, basiert auf dem immer wieder gleichen, offenbar von der Uni Pforzheim entwickelten Programm. Ein Beispiel gibt es unter http://lfu.klima-aktiv.de/.

Das Programm teilt den CO2-Ausstoß in 5 Bereiche ein. Einen "Grundumsatz" der den Anteil an der öffentlichen Infrastruktur ausmacht sowie die Bereiche Wohnen (Heizung und Strom), Mobilität, Ernährung und Konsum. Einen Bereich für "Kompensation" gibt es nicht (ist vielleicht auch zu unbedeutend).

Die beiden Abfragen im Bereich Wohnen gefallen mir sehr gut, da man hier optional auch *direkt* den eigenen Strom- und Heizenergie-Bedarf eingeben kann. Für mich selbst kommt allerdings dabei heraus, dass ich leicht über dem Bundesdurchschnitt liege - übrigens trotz der Sparerei sowohl bei der Heizung wie beim Strom (als Single hat man es da schwer; aber vielleicht ließt diesen Text ja ein hübsches Mädel, dass mir bei der Lösung dieses Problems behilflich sein will? :)

Auch im Bereich Verkehr sind genaueste Eingaben möglich, die bei mir rauskommende Null schluckt das System auch, so dass statt der bundesüblichen rund 6,5 hier "erst" 4 t zusammen sind.

Der Bereich "Ernährung" liefert etwas seltsame Zahlen. Nenne ich meine Ernährung "Mischkost", ergibt dies 1,84t. Nenne ich das ganze "Fleischreduziert" (was es eigentlich wäre), kommen 1,74t heraus. Das ganze heißt *eigentlich*, dass mein Fleischkonsum etwa 2/3 unter dem Bevölkerungsschnitt liegt (50g/Tag statt dem Schnitt von ~160g). Schreibe ich nun "Vegetarier" (also das andere Drittel auch noch weg; die Veganer ohne Milch und Eier sind nochmal extra!), wären es danach 1,36t. Da ist wohl irgendwo "der Wurm drin". Auch wieso man bei 80kg, Fleischreduziert und ansonsten Durchschnittsangaben über dem Durchschnitt liegt, ist mir ein Rätsel. Also werden wir dreist und schreiben "Vegetarier" - und als Ergebnis 5,5t gesamt bis hier.

Ein völliger Griff ins Klo ist die Abteilung "Konsum". Hier kann man zunächst sein Kaufverhalten anhand von 2 Kriterien ermitteln. Zum einen welches "Qualitätsverständnis" (billig, funktional, langlebig) man fährt und dann eine dreistufige Einstellung des Kaufverhaltens selbst - wenig, normal, viel. Selbiges kann man sich aber auch sparen, denn das Ergebnis schwankt damit zwischen 2 und 2,5t. Dazu kommt noch eine Einstellung für Hotelaufenthalte - <2>4 Wochen pro Jahr. Warum man hier keine Zahl (die bei mir genau 2 Nächte in Jugendherbergen in den letzten 10 Jahren wäre) eingeben kann, ist mir schleierhaft. Jede Woche macht dabei übrigens offenbar 0,18t aus. Weitere Recherchen ergeben, dass dieser Wert von der Wohnfläche, dem Auto und einige weiteren Faktoren beeinflusst wird - wie weit das auch immer sinnvoll ist (der typische Student fährt 'ne Mittelklasse von vor 30 Jahren und hat 0 Konsum...) In Summe kommen wir jetzt auf 7,83t.

Ist der Wert gut? Das ist nun wohl Definitionssache. Er ist - offen gesagt bisher (fast) alleine Aufgrund des Bereichs "Mobilität" - unter dem Bundesdurchschnitt. Nur hat das Ding nicht ohne Grund bei etwa 2,5t eine Linie, die mit "Verträgliche Quote" beschrieben wird. Dieser Wert entspricht dem, was einem jedem Menschen auf dieser Welt als Durchschnitt bis 2050 noch zusteht, um nicht über die 350ppm CO2 zu kommen, die als Grenze für den kontrollierbaren Klimawandel errechnet wurden. Würde man den Ausstoß weltweit einfach proportional reduzieren, gingen sogar 4t, langfristig dagegen wäre gerade einmal 1t ein dann wiederum fairer Wert.

Verbessern kann ich (neben natürlich überall Details) vor allem den Bereich Strom. Mit einer Umstellung auf Ökostrom wären es an dieser Stelle 0,75t einsparen. Naja, und mit einer Mitbewohnerin wären es (der deswegen leicht steigende Stromverbrauch ist bei Ökostrom ziemlich "Wurscht"), da dann die Heizung ja nur Anteilig berechnet wird nur noch 5,5t. :) Zudem behaupte ich, dass mein Wert im Bereich "Konsum" eigentlich nochmal 1t tiefer liegt, als hier errechnet wird. Das wären dann schon 4,5t.