Freitag, 4. September 2009

Falsche Prämisse beim Umweltschutz

Diskussionen rund um Umweltschutz kranken oftmals an einem immer wieder gleichen Problem. Wird eine Verbesserung dadurch erreicht, dass die Effizienz eines Produktes verbessert wird, wird unter Garantie irgendein Umweltverband schreien, dass das so wahlweise sogar eine Verschlechterung sei oder zumindest doch viel zu wenig.

Ein schönes Beispiel sind die angeblichen "Bonzenautos" unserer Politiker. Hier wird nicht etwa gefragt, warum die S-Klasse der Minister denn über 10l verbrauchen muss, sondern warum sie eine S-Klasse fahren. Das gleiche Ziel - einen Verbrauch von etwa 7l - kann man derzeit auf 2 Wegen erreichen: Durch einen S 400 Hybrid oder durch einen C 180 (genauer: Die C-Klasse verbraucht sogar noch etwas mehr). Doch absolut NIEMAND fordert öffentlich, dass unsere Politiker doch bitte ein Hybridauto einsetzen sollen. Überall wird nur gefragt, "warum die so große Autos haben müssen".

Das gleiche Phänomen kann man auch bei Flachbildschirmen (wobei hier die Tendenz zur Überkompensation schon knapp existiert), bei PCs (wo die Verbesserungen der letzten Jahre in der Diskussion *völlig* ignoriert werden) oder bei den Sparlampen (dass das Licht einer 25W-Glühlampenfunzel scheiße ist, stört auch niemanden!) beobachten. Umweltschutz ist offenbar nur dann "guter" Umweltschutz, wenn er mit Verzicht einher geht.

Das Ergebnis ist verheerend: Warum sollte man ein Produkt kaufen, dass effizienter ist, wenn einem eingeredet wird, dass man damit auch nicht besser sei? In der Folge wird Umweltschutz vollends ignoriert. Nicht selten geht die Reaktion aber weit darüber hinaus - Umweltschützer werden als "Ökospinner" abgestempelt und selbst Produkte, die *nur* Vorteile haben, werden nicht gekauft. Gerne wird Umweltschutz als als "Neid" verstanden und sein eigentlicher Zweck bestritten.

Aus diesem Grunde sollte unsere Umweltpolitik sich wesentlich mehr darauf konzentrieren, Produkte zu fördern, die besser für die Umwelt sind _ohne_ dabei irgendwelche Nachteile zu haben. Und es muss auf Vorteile dieser neuen Produkte, die über "es ist besser für die Umwelt" hinausgehen, hingewiesen werden. Oftmals sind hier nämlich durchaus Eigenschaften, nach denen der Markt verlangt hat bei. Auf diese Art lassen sich bereits deutliche Verbesserungen im Umweltschutz erreichen; wesentlich mehr, als jemals mit der "Verzichte, sonst bist du böse!"-Methodik erreicht wurde. In den wenigen Fällen, wo man ohne Verzicht nichts erreicht, ist ein solcher dann auch weitaus eher durchsetzbar.

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