Montag, 31. August 2009

Prozessor-Empfehlung

An dieser Stelle möchte ich einmal eine kurze Beurteilung verschiedener aktueller Prozessoren bezüglich Leistung und Stromaufnahme zusammenstellen.

AMD Athlon X2 4x50e/5050e
Das älteste noch verfügbare Muster eines Dualcore-Prozessors basiert noch auf dem K8. Im Leerlauf ist seine Stromaufnahme noch immer ungeschlagen, was umso erstaunlicher ist, als dass dieser Prozessortyp es einst war, der intels "Pentium D" vollens blamiert hat. Die Leistung ist dagegen eher bescheiden und die Stromaufnahme unter Last nicht unbedingt überragend. Aus diesem Grunde empfielt er sich überall dort, wo es kaum auf die Leistung ankommt und der Rechner nur selten ausgelastet wird.

AMD Athlon II X2
Der moderne Nachfolger des obigen basiert auf dem K10-Kern, besitzt aber keinen L3-Cache. Dies senkt die Stromaufnahme vor allem unter Last sehr deutlich, kostet aber insbesondere in Spielen einige Leistung. Der Idle-Verbrauch ist leider nur im üblichen Rahmen, unter Last ist er zumindest der sparsamste AMD seit langem - was aber leider noch kein Weltwunder ergibt. Wo etwas mehr Leistung gefragt ist und Intel-Lösungen Aufgrund der dort bescheidenen Grafikchips ausfallen, ist dieser Prozessor ideal.

AMD Phenom II X2
Die Phenom-Prozessoren besitzen alle einen L3-Cache, der in Spielen etwas mehr Leistung bringt. Haken an der Sache ist, dass dieser unter Last Strom frisst. Aus diesem Grund ist der Prozessor weniger zu empfehlen: Bei Spiele-Rechnern entfällt der Vorteil der besseren Onboard-Grafik für AMD-Systeme, weshalb man klar zu einem intel raten sollte.

AMD Phenom 9xxx
Die erste Generation des Phenom - zu erkennen an den vierstelligen Modellnummern - ist im Grunde nur eines: Schrott. Wenig Leistung (auch und gerade im Idle!), viel Stromverbrauch. Die Prozessoren sind daher definitiv nicht zu empfehlen; ich würde sie nichtmal geschenkt nehmen.

AMD Phenom II X4
Die zweite Generation von AMDs Quadcores ist hingegen durchaus interessant. Zwar verursacht auch hier der L3-Cache einen mehr als derben Stromhunger, aber der Grafikchip-Vorteil schlägt sich nieder. Für mich DER Tipp etwa für Bildbearbeitung. Im Spiele-Bereich punktet er zumindest noch durch den Preis pro Leistung gegenüber Intel, ist aber oftmals überdimensioniert.

Intel Pentium Dual-Core E2000
Der kleinste der Pentium-Serie konkurriert mit AMDs "gut abgehangenem" 4x50e. Als Pluspunkt gegenüber diesem ist der extrem niedrige Last-Verbrauch zu nennen, beim Idle liegt AMD hingegen deutlich vorne.

Intel Pentium Dual-Core E6000
Der E6000 (und eingeschränkt auch die auslaufenden E5000) konkurrieren mit dem Athlon II X2. Hier punktet er beim Last-Verbrauch leicht. Will man aber einen Grafikchip, mit dem wenigstens HD-Videos laufen, sind die Vorteile wieder dahin. Allerdings: Auch für Spiele ist diese CPU hin und wieder eine Überlegung wert, und da braucht man eh eine Grafikkarte.

Intel Core 2 Duo E7000
Der E7000 ist der eigentliche Konkurrent des Phenom II X2, allerdings ist der Leistungs-Unterschied in Spielen kleiner als bei den AMD-Modellen. Daher ist der E6000 fast durchweg die bessere Wahl.

Intel Core 2 Duo E8000
Weitgehend konkurrenzlos steht Intels E8000 da. Diese CPUs sind fast so teuer wie Quadcores, gehen aber gut ab, die Topmodelle mit weit über 3 GHz lassen in vielen Spielen jeden Quad alt aussehen - bei wesentlich weniger Stromhungern.

Intel Core 2 Quad
Quadcores hat Intel mit dem Q8000 und Q9000 gleich zwei Serien. Die 8000er sind langsamer, aber noch bezahlbar. Die 9000er sind hingegen fast durchweg extrem teuer und lohnen daher nur in Ausnahmefällen. Im Stromhunger sind beide Serien wesentlich sparsamer als die AMD-Konkurrenz oder die i5/i7-Familie.

Intel Core i5 700
Gerade heute ist der erste Test eines i5 durch die c't reingeflattert. Die Stromausnahme im Idle ist mit dem Core 2 Quad (und etlichen anderen CPUs in diesem Bereich) vergleichbar, unter Last zieht er dagegen wesentlich mehr und liegt auf dem Niveau des AMD Phenom II X4.

Intel Core i7 900
Anders sieht es bei Intels Highend-CPU aus. Die Leistung ist durchaus beeindruckend; außer in Spielen, wo er oftmals keinen Blumentopf gewinnt. Der Stromverbrauch unter Last ist im ähnlichen Bereich wie AMDs Phenom II X4. Soweit alles toll, wären da nicht 2 schwere Probleme: Die Preise sind schlicht Wucher und der Stromverbrauch im Idle erinnert mich eher an die Zeiten des Pentium 4 - ein hierauf aufgebauter Office-PC zieht 30-40W mehr als bei *jedem* anderen aktuellen Prozessor (außer dem Phenom I).

Samstag, 29. August 2009

Gedanken zu Gesetzesänderungen im Bereich Kompaktleuchtstofflampen

Der Quecksilber-Gehalt von Kompaktleuchtstofflampen (ESLs) ist derzeit ja eines der ganz großen Sommerlochthemen. Etwas Nachholbedarf und vor allem -Potential gibt es in diesem Bereich ohne Zweifel.

Der Quecksilbergehalt

Technisch ist heute ein Quecksilbergehalt von weniger als 2mg möglich und bei den großen Herstellern auch umgesetzt. Hier wäre es mehr als Hilfreich, die Grenzwerte zügig entsprechend zu verschärfen. Anzumerken ist, dass der bisherige Grenzwert lediglich eine Ausnahme der RoHS-Regelung ist, welche die Verwendung von Quecksilber eigentlich völlig untersagt.

Ein etwas seltenerer Ansatz ist eine Quecksilber-Legierung (Amalgam), die den Zweck offenbar genauso erfüllt. Hier besteht dann zwar noch ein Risiko bei der Herstellung, jedoch keines mehr bei Nutzung und Entsorgung.

Rücknahmesystem

Die Rücknahme ist definitiv verbesserungswürdig. Bei Batterien funktioniert eine Rücknahmepflicht für die Händler auch; warum sollte dies bei ESLs ein Problem darstellen? Das ständige Gejammere, dass man dann ja weniger Gewinn macht, kann ich jedenfalls nur mit einem Wort beantworten: PECH.

Kennzeichnung

Eine regelrechte Plage ist in den letzten Jahren die Kennzeichnung von Leuchtmitteln geworden. Die einzige Angabe, die die Hersteller sehr gerne und sehr deutlich rausrücken, ist die Lebensdauer - kein Wunder, ist diese doch durchweg deutlich länger als bei einer Glühlampe. IMHO sollten hier aber eine ganze Reihe weiterer Angaben vorgeschrieben werden: Der Lichtstrom (die Lumen), die Stromaufnahme, der Farbwiedergabeindex und den Quecksilbergehalt.

LED-Lampen

In den letzten Tagen habe ich mich einmal mehr mit dem Thema LED-Lampen beschäftigt und einige mehr als positive Ergebnisse gefunden.

Inzwischen gibt es LED-Lampen (also fertige Lampen mit E14- oder E27-Sockel) mit einem Wirkungsgrad von etwa 75 lm/W tatsächlich zu kaufen, was besser ist als bei ESLs (50 lm/W).Die Lampen sehen übrigens gar nicht schlecht aus; der LED-Cluster bildet eine Säule in der Mitte des Glaskolbens.

Die anfänglich völlig unbrauchbaren Angaben nur Helligkeit sind inzwischen zumeist durch nachvollziehbare Angaben ersetzt worden. Teilweise muss man aber immer noch ohne jede Angabe für die eigentliche Helligkeit auskommen, so etwa bei Osrams "Parathom"-Serie, hier wird nur ein Vergleich zu Glühlampen gezogen, der zwar ob des aktuellen technischen Standes glaubhaft, jedoch nicht konkret prüfbar ist. Diese Modelle erinnern ansonsten eher an ESLs in "klassischen" Bauformen.

Zu der Produktionsenergie gibt es eine Statistik des Herstellers Osram, nach dem diese in Relation zur Lebensdauer mit einer ESL vergleichbar ist und gegenüber Glühlampen etwa halbiert. Im Vergleich zu ESLs, die derzeit bei etwa 5€ Endkundenpreis liegen, ergäbe dies also einen theoretischen Preis von etwa 12,50€. Der Rest ist der F+E-Anteil.

Besonders erstaunt war ich bei der Recherche nach dem Farbwiedergabeindex. Dieser wird leider noch nicht flächendeckend angegeben, jedoch finden sich vereinzelt Angaben von 92 oder gar 95. Das wäre die Größenordung einer 5-Band-ESL und nur minimal unter einer Glühlampe. Auch das eigentliche Lichtspektrum sieht nicht schlecht aus. Bei der Lichtfarbe ist theoretisch jeder Weißton möglich, Modelle mit 2700K und 6500K findet man schon.

Zu der gesamten Kostenbilanz eine einfache Rechnung, in der sich der noch gigantische Kaufpreis von LED-Lampen niederschlägt. Haarscharf lohnt es aber schon... Je für 20000 Stunden:

Glühlampe: 20x 0,5€ + 20000*60W bei 0,25€ = 310€
ESL: 2x 8€ + 20000*11W bei 0,25€ = 71€ (eine ESL mit besserem Farbwiedergabeindex wäre teurer)
LED: 1x 30€ + 20000*8W bei 0,25€ = 70€ (ohne den F+E-Teil wären wir hier ungefähr bei 53€!)

Ein großer Kritikpunkt sei noch genannt: LED-Lampen findet man im normalen Handel leider fast nur in sehr geringer Stärke - die oben genannte Osram-Serie endet beispielsweise bei 2W.

Persönlicher Umweltschutz

Ich möchte an dieser Stelle einmal meine ganz persönliche Umweltbilanz niederschreiben.

Stromverbrauch

Den Stromverbrauch zu optimieren ist schon seit einigen Jahren eines meiner Haupt-Anliegen, entsprechend sind hier in der jüngsten Zeit keine Wunder entstanden, wohl aber ein imho tragfähiges Gesamtergebnis. Mein Stromverbrauch liegt derzeit bei etwa 1400 kWh pro Jahr, wobei der hier verwendete PC wann immer ich da bin (und leider auch, wenn ich mal kurz nicht da bin; hier könnte man noch was verbessern) immer läuft. Am Rest lässt sich nur wenig verbessern; insgesamt schätze ich etwa ein Potential von 100 kWh pro Jahr, welches sich durch die Modernisierung von inzwischen nicht mehr ganz aktuellen Geräten (dies ist insbesondere ein Radio und das Netzteil im PC) erreichen ließe. Mit Blick auf die Gesamtumweltbilanz (die Geräte funktionieren ja noch einwandfrei) wären Maßnahmen hier wenig angebracht.

Ansonsten findet man wohl wenig: Kühlgeräte sind A+, daneben werkelt ein Induktionsherd. Der PC ist auf besonders geringen Stromverbrauch bei einer dennoch für meine Anwendungszwecke (Fotobearbeitung, Rollenspiele) geeigneten Leistung ausgelegt. Die Beleuchtung erledigen praktisch durchweg ESLs (ok, im Wohnzimmer hängt noch [selten benutztes] Halogen und bei den vorhandenen Lampen hab ich noch nicht auf den Quecksilber-Gehalt geachtet), Standby gibt's praktisch nirgends (außer bei oben genanntem Radio) und ebenso wird auf sinnlose Geräte verzichtet.

Geplant ist dagegen in der nächsten zeit eine Umstellung auf Ökostrom - und zwar echten solchen, keinen über schwedische Wasserkraftwerke schöngefärbten Kohlestrom.

Konsum

Wie oben schon zu erkennen, findet bei mir auch die Gesamtenergiebilanz eine Beachtung in der Effizienzberechnung. Selbige ziehe ich dabei schlicht aus dem Kaufpreis. Diese Lösung ist nicht 100%ig korrekt, kommt aber tendenziell eher auf zu hohe als zu niedrige Werte. Im Ergebnis heißt das, dass neue Geräte idr. nur beschafft werden, wenn Kaufpreis und Stromverbrauch über die Lebensdauer zusammen geringer sind als der Stromverbrauch des alten Gerätes alleine. Zudem muss der geschätzte Lebenslauf des alten Gerätes entweder schon rum sein oder eben dieses schlicht nicht mehr funktionieren (sei es wegen Defekt oder sei es wegen gestiegenen Anforderungen).

Bei sonstigen Anschaffungen kann sich da durchaus noch einiges Verbesserungspotential finden, aber irgendwelche Hobbies muss man ja auch haben :)

Wasser

Der Wasserverbrauch wird durch Wassersparer niedrig gehalten; weiteres Potential gibt es in diesem Bereich wohl nur noch, wenn ich mich statt zu duschen nur abstauben würde - also keine Option hier. Eine Brauchwasser-Verwertung ist in einem Mehrfamilienhaus ja eher nicht umsetzbar.

Verkehr

Beim Verkehr ist meine Umweltbilanz wohl sehr eindeutig. Ein Auto nutze ich nicht, da ich für ein solches bisher schlicht keinen Bedarf sehe, keine Ahnung ob sich das irgendwann ändert, aber dann kann man ja immer noch drüber nachdenken. Wenn's dann doch mal nötig ist: Meine Mutter ist sowieso viel zu oft hier in der Stadt, da kann man dann auch was erledigen. Seit einigen Wochen dient für längere Wege (ja, das Umland der Stadt zu erkunden, ist durchaus auch mal interessant ;) mein wieder "ausgegrabenes" Fahrrad - insofern ganz interessant, als dass der Fahrradtacho auch mal verrät, wie lang die Wege eigentlich so sind. In ungefähr 6 Wochen (also seit Mitte Juli) sind bisher 81km zusammengekommen - also 2km am Tag. Die kürzeren Wege bleiben aber zu Fuß, weil es sich beispielsweise nicht lohnt, für die 200m zum Einkaufen das Fahrrad zu bemühen (hier wird auch die Sinnlosigkeit eines Autos deutlich!).

Heizung

Das Haus hier ist von 1987 und die Eigentümergemeinschaft leider nicht besonders investitionsfreudig, ansonsten ließe sich sicherlich noch einiges erreichen. In dem Bereich, wo ich etwas tun kann, versuche ich dies auch - allerdings mag ich es halt auch nicht, wenn drinnen im Winter 15°C sind ;)

Ernährung

In diesem Bereich achte ich bisher ganz subjektiv betrachtet eher zu wenig auf die Umwelt. Bio-Produkte sind mir schlicht deutlich zu teuer. Ansonsten futtere ich eigentlich zu viel Fertigessen, versuche dies jetzt aber systematisch zu verringern. Mal sehen, ob danach nicht sogar Geld für "Bio" übrig ist. Fleisch gibt's eher wenig, ich komme da auf etwa 50g pro Tag im Schnitt.

Donnerstag, 27. August 2009

CO2-Grenzwert

Im Internet findet man ja diverse Zahlen dazu, wie nun die Begrenzung des CO2-Ausstoßes von PKW zukünftig reglementiert werden soll. Die Verwirrung rührt daher, dass die geforderten Werte immer wieder geändert wurden. Wie kaum anders zu erwarten, ist der wohl schlechteste Weg nun zum Ziel auserkoren worden: 2015 darf ein PKW maximal 130g CO2 ausstoßen. Das sind umgerechnet 4,9l/100km für Diesel- und 6l/100km für Benzinmotoren. Wer darüber liegt, kostet relativ saftige "Strafaufpreise". Was passiert, wenn auch der Herstellerweite Durchschnitt diesen Wert überschreitet (was wohl technisch ausgeschlossen scheint...), ist mir unbekannt.

Doch ist ein _Durchschnitt_ von 130g wirklich eine Herausforderung?

Fangen wir mit den Diesel-PKW an, die es hier etwas leichter haben. Bis hinauf in die Kompaktklasse muss man nach Modelle mit mehr als 130g CO2 heute schon suchen. Mehr noch: Es gibt immer wieder Modelle mit unter 110g!

In der Mittelklasse hatte bisher bereits Volvo eine Version des S40 mit durchaus eindrucksvollen rund 105g, BMW legt jetzt nach und bringt 109g für den "320d EfficientDynamics Edition" sowie einen normalen 316d mit 119g. Würde man die Verbesserungen der 320d-Version auf den 520d übertragen, wird vermutlich auch dieser auf rund 120g kommen - damit sind wir dann schon in einem (wenn auch für diese Klasse eher schwach motorisierten) Modell der oberen Mittelklasse.

In der Oberklasse sowie bei SUVs löst man das Problem mit Hybrid-Motoren. Mercedes hat für 2010 2 S-Klasse-Diesel-Hybrid mit rund 120 bzw. 130g CO2 angekündigt.

Sportwagen mit Dieselmotor gibt es eher nicht. Führt im Ergebnis dazu, dass bereits heute die Technik existiert, um _100%_ der Diesel-PKW unter 130g zu drücken.

Etwas schwieriger ist die Sache bei Benzinmotoren. Beim neuen VW Polo schaffen 3 der 4 bisherigen Versionen schaffen die 130g, die vierte hängt bei rund 140g. Beim Golf gibt's bisher 1x 130g, 2x 140g und 3 Modelle darüber. Übernimmt man die Verbesserungen des "BlueMotion"-Diesel für die Benziner, sollten 3x 130g drin sein.

Bei größeren Fahrzeugen kann man in größerer Serie bisher von solchen Werten zur träumen. Macht aber nichts: PKW oberhalb der Mittelklasse spielen nach Stückzahlen kaum eine Rolle und gehen daher für den Durchschnitt eher unter, 2008 lag der europäische Durchschnitt bei 160g CO2 und das, obwohl dieser Wert nur minimal über der damaligen Minimalmotorisierung eines VW Golf V lag.

Mit anderen Worten: Würde man bereits für 2010 die 130g als Durchschnitt vorschreiben, wäre dies vermutlich einzig durch den Wegfall einiger ineffizienter Billigvarianten und die Ausdehnung von bisher aufpreispflichtigen "Sparpaketen" auf die Grundausstattung zu erreichen.

Mal sehen, was zuerst passiert: a) ein Oberklasse-Benziner mit unter 130g CO2 oder eben diese Zahl als vorgeschriebener Durchschnitt...

Achja: Eine zweite Stufe soll es auch noch geben. 2020 will man 95g vorschreiben. Das sind um die 3,5l und damit ein durchaus interessantes Ziel - erreicht wird es bisher fast vom Polo BlueMotion (96g) und recht deutlich unterschritten von einem bisher nur als Studie existierenden kleinen Bruder dazu mit 87g. Ein Smart Fortwo cdi lacht sich mit 88g über den Wert heute schon tot. Sieht schaffbar aus, oder? Naja, wenn die Autoindustrie dann doch etwas tun muss, darf sie aber auch schreien: 2013 soll der Wert überprüft werden. Wie ich die bisherige Entwicklung in dem Bereich so einschätze, wird man dann wohl auf 100g 2025 "korrigieren". Rückblickend hatten sich die Hersteller übrigens 1998 zu 140g für 2008 verpflichtet (was um 20g verfehlt wurde)…

Montag, 24. August 2009

Glühlampe, Akt II

Spiegel-TV hat heute einen Bericht veröffentlicht, dessen Unsinnigkeit kaum zu übertreffen ist. Eine offensichtliche Hetzrede gegen Energiesparlampen, bei der kein einziger Vorteil auch nur erwähnt wurde, dafür jede Menge teilweise schlicht erlogene Nachteile. Dabei beruft man sich reihenweise auf einen "Test" der Zeitschrift Ökotest, der bereits für seine lausige Qualität bekannt geworden ist - und hier noch durch einige Peinlichkeiten mehr auffällt. In diesem Test waren übrigens unter den getesteten 16 ESLs ganze *drei* Modelle namhafter Hersteller (je eine von GE [mir selbst noch nirgends begegnet], Philips und Osram). Die anderen 13 Modelle sind Noname-Produkte, zumeist von den Hausmarken von Lebensmittelhändlern!

Die erste Aussage betrifft die Farbtemperatur. Hier soll angeblich eine ESL kälteres Licht haben, als das Tageslicht. Tatsächlich ist es andersrum: "kaltes Licht" bedeutet eine hohe Farbtemperatur. Nun hat das Tageslicht zwischen 15000 und 27000K. ESLs gibt es zwischen 2700 und 6500K - also wesentlich wärmer (!) Und Glühlampen? 2200-3000K, also ähnlich warm, wie die wärmsten ESLs.

Lustig weiter geht es mit einem Strahler, bei dem die ESL in Wahrheit wesentlich dunkler sein soll, als eine vergleichbare Glühlampe. Ob diese Aussage stimmt, kann ich auf die Schnelle nicht überprüfen; was ich aber prüfen kann, ist dass diese Aussage _nicht_ für irgendwelche Standard-ESLs gilt. Aber warum sollte man aus einer Ausnahme nicht die Regel machen?

Gleich der nächste Aspekt ist die Farbwiedergabe - dass hier für viele ESLs wirklich ein Mango besteht, wird gerne (völlig übertrieben) ausgeschlachtet. Dass es ESLs mit einem besseren Lichtspektrum gibt, "vergisst" man dagegen.

Zur Erheiterung noch 2 Damen, die sich anhand einer Röhrenform-Billig-ESL über die gar so hässliche Bauform eben dieser auslassen. Wohl noch nie von ESLs in Glühlampenform gehört...

Zwischendurch haben wir noch selten gehörten Käse über elektromagnetische Felder - gehört ja dazu, wenn der "Ökotest" von einem "Baubiologen" (anderes Wort für "Strahlen-Esoteriker") durchgeführt wird. Tatsächlich ist diese (völlig bedeutungslose) Strahlung proportional zur elektrischen Leistung, also genauso kleiner als bei einer Glühlampe.

Zum Ende kommt noch der Quecksilber-Aspekt, den ich ja schon vor einigen Wochen zerlegt habe. Auch hier wird völlig übertrieben: "die Hersteller verwenden wesentlich mehr als erlaubt" (tatsächlich verwenden die großen Hersteller zwischen 1/3 und 40% des erlaubten; eine Überschreitung der Grenzwerte wäre ein Fall für die Gewerbeaufsicht und sonst gar nichts), "fällt eine Lampe herunter, ist das extrem gefährlich" (tatsächlich müsste dafür erstmal der Glaskolben zerbrechen; das in einem Fieberthermometer das _200fache_ an Quecksilber ist, wurde natürlich "vergessen"). Kein Wort dagegen über das eingesparte Quecksilber aus der Stromproduktion, kein Wort über Amalgam-Bindungen (die das Quecksilber-Problem dann endgültig lösen) - etwas positives über ESLs zu schreiben, wäre ja auch schlimm.

Freitag, 14. August 2009

Die Schule, die sich selbst abschafft

Das die Hauptschulen in Deutschland ein Problem haben, ist nicht neu. Die Schüler sind unmotiviert und ihr Abschluss eigentlich wertlos. Doch liegt das an der Verblödung der Gesellschaft? Nein. Im Gegenteil!

Die Wahl einer Schulform wird von zwei Faktoren beeinflusst. Die Leistungen in der Grundschule, aus deinen eine "Intelligenz" abgeleitet wird (imho ist es eher der Umfang der Förderung durch Freunde und Verwandte und der in Schulnoten pressbare Wert der Interessen) und aus dem Nutzen, den der Abschluss später hat.

Nach dem Krieg war diesbezüglich die Frage einfach: Ein Hauptschüler konnte wesentlich früher anfangen Geld zu verdienen, welches die Familie brauchte. Einen Job fand jeder, denn die wichtigste Arbeit war lange lange Zeit der Wiederaufbau, also rein körperliche Arbeit. Eigenverantwortung und Kreativität waren für wie weit meisten Berufe bedeutungslos.

Doch dies wandelte sich. Die klassischen Arbeiterberufe gibt es heute kaum noch, was früher zig Leute am Fließband erledigten, macht heute eine Maschine - oder die Produktion wurde nach China verlagert. Die Berufe, die hierzulande noch gefragt sind, haben als Anforderungen eigentlich immer Kenntnisse in mindestens einer Fremdsprache, eigenverantwortliche Arbeit, Lebenslanges Lernen, Teamarbeit, gewisse IT-Kenntnisse und zumindest etwas Kreativität. Anderswo kommt schnell noch die Medienkritik hinzu. Nichts davon kann die Hauptschule bieten, mehr als genug (vor allem die Teamarbeit!) erfüllt selbst das Gymnasium nur sehr begrenzt.

Aus diesem Grunde denke ich, ein Hauptschul-Anteil von maximal 10-20% wäre erstrebenswert. Das ist dann auch der Anteil, der einen vernünftig bezahlten Beruf - bekommt. Wobei sich bei Berufen wie "Handlanger aufm Bau" oder "Friseur" das "vernünftig bezahlt" nicht selten auch schon in Grenzen hält...

Andersrum ist die Tatsache, dass es noch Hauptschulen gibt, übrigens auch ein Beleg dafür, dass die Eltern nicht immer wissen, was "das beste für die Kinder ist".

Sonntag, 9. August 2009

Energiepolitik 2020-2030

Es gibt kaum eine Partei in Deutschland, in deren Programm sich nicht irgendwelche hohlen Floskeln zum Thema Klimaschutz bzw. Energiepolitik finden. Konkrete Ziele, was wann und vor allem wie erreicht werden soll, gibt es leider praktisch nie.

Aus diesem Grunde habe ich hier einmal einen Vorschlag. Das ganze basiert auf den Annahmen einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums aus dem Jahr 2008. Nach dieser ergibt sich, so keine Vorschriften geändert werden, für 2020 folgendes Bild:

  • Noch 3 AKWs (die 3 Konvoi-Reaktoren Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2) mit zusammen 4,5 GW Leistung
  • Eine vergleichsweise winzige Menge Braunkohlekraftwerke (irgendwas um die 10 GW zusammen), durchweg aus Anlagen die nach 1990 in Betrieb gegangen sind, jedoch andererseits kaum eines nach 2010.
  • Eine zu heute mehr oder weniger konstante Menge an Steinkohlekraftwerken, allerdings ebenfalls in weiten Teilen erneuert.
  • Einen deutlich größeren Anteil an Gaskraftwerken, insbesondere GuD
  • Einen gewaltig größeren Anteil an erneuerbaren Energien, die, wenn der nächtliche Tiefstand im Verbrauch und ein Maximum im Wind zusammenkommen, kurzzeitig fast 100% der Energieversorgung decken können. Über das Jahr betrachtet ergibt sich allerdings "nur" ein Anteil von etwa 25%.
  • Selbst an dem Tage des maximalen Stromverbrauches (ein Mittwoch Mittag im Januar) einen Überschuss von über 15 GW Kraftwerksleistung.
Hieraus ergeben sich vor allem diese Folgerungen:
  • Wir bauen 15 GW zu viele neue Kraftwerke.
  • Die 15 GW Grundlast-Kraftwerke (AKWs und Braunkohle) und die bisher gesetzlich vorgesehene Bevorzugung von erneuerbaren Energien kollidieren.
Relevant für die Umweltfrage ist abseits von den AKWs der CO2-Ausstoß pro kWh der einzelnen Kraftwerkstypen. Dieser liegt derzeit bei Braunkohle bei maximal 1100, bei Steinkohle bei maximal 850, bei Gas bei 400 (GuD eher 300) und bei allen anderen Formen teilweise weit unter 100 g/kWh. Neu gebaute Anlagen kommen bei Braunkohle auf unter 900, bei Steinkohle gar auf etwa 650 g. Insofern erzeugt alleine der Markt für 2020 einen CO2-Grenzwert von etwa 900 g. Und genau mit diesem Grenzwert sollte man imho arbeiten.

AKWs und Braunkohle pauschal 2020 abzuschalten, klingt auf den ersten Blick nach einer einfachen Lösung, ist dies aber nicht unbedingt, da zu dem fraglichen Zeitpunkt noch einige wenige Steinkohlekraftwerke mit sehr schlechter CO2-Bilanz übrig sein dürften, während die Konvoi-AKWs eine wesentlich bessere CO2-Bilanz aufweisen und eh zu den sichersten Kraftwerken ihrer Art weltweit gehören. Eine komplette Abschaltung der Braunkohle sehe ich jedoch als erstrebenswert an. Im Atomkonsens wurde darüber hinaus bisher (von den Medien wenig beachtet) eine Reststrommenge von rund 107 TWh vom Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich zur weitgehend "freien Verteilung" genannt. Würde man diese auf die 3 Konvoi-Reaktoren anwenden, ergäbe dies eine Verlängerung der Restlaufzeit um je 3 Jahre. Zu überlegen ist, ob man zudem das AKW Krümmel vorzeitig stilllegt und dessen Restlaufzeiten ebenfalls auf die 3 Konvoi-Reaktoren verlagert. Das ergäbe weitere 2 Jahre. In diesen 5 Jahren wäre der Bau eines bezüglich der CO2-Bilanz bestmöglichen Ersatzes problemlos möglich, während man parallel die Stilllegung der verbliebenden Steinkohle-Kraftwerke vorantreiben könnte. Damit besteht die Chance, im Jahre 2025 einen faktischen CO2-Grenzwert von 300-400 g/kWh zu erreichen, also 1/3 des heutigen.