Samstag, 25. Juli 2009

Die Panikgrippe

Die aktuelle Grippepandemie - soweit man diese überhaupt so nennen kann - ist schon ein eindrucksvolles Beispiel für gigantische Panikmache. Diese Erkrankung hat bisher weltweit (soweit man den Zahlen trauen kann) zu knapp 1000 Todesfällen geführt. Selbiges erscheint eine erschreckend hohe Zahl, solange man sie nicht mit den allgemeinen Grippetoten vergleicht: Dies sind alleine in Deutschland pro Jahr etwa 20.000. Rein statistisch (ich bin mir nicht sicher, ob es hier eine Gleichverteilung über das Jahr gibt) müsste es also in den drei Monaten, in denen das Thema durch die Medien geistert, bereits 5000 Todesfälle in Deutschland gegeben haben, ohne dass das Thema irgendwie medienrelevant wäre. Doch wie sieht es bei der "neuen Grippe" aus? Nun, es gab nicht ganz 3000 *Erkrankungen* und 0 Todesfälle. Genauer gesagt: In ganz Europa gab es 35 Todesfälle wegen der "neuen Grippe", die mit Abstand meisten davon übrigens in Großbritannien, dass die meisten Erkrankungen zu vermelden hat und für sein Gesundheitssystem bekannt ist (es wurde schon vor Jahren als "auf Dritte-Welt-Stand" bezeichnet). Übrigens in keinem noch so unterentwickelten Land kommen die Fallzahlen der auch nur in die Nähe der normalen Grippe: Es sterben mehr Menschen an der normalen, als an der neuen erkranken.

Doch nun haben die Panikmacher ein neues Potential entdeckt. Seit einigen Tagen wird in Deutschland nicht mehr kontrolliert, ob wirklich der neue Erreger vorliegt, ein Kontakt mit einer infizierten Person oder ein Aufenthalt in einem Risikogebiet genügt. Das das zu einer massiven Steigerung der Fallzahlen führt, ist wenig verwunderlich, oder? Bingo! Und was vermelden die Medien heute panisch (wobei sie eine Rückreisewelle aus dem Spanien-Urlaub als Grund nennen)? RICHTIG! Einen drastischen Anstieg der Fallzahlen. Um dem ganzen etwas mehr Feuer zu geben, werden jetzt Schnappsideen wie die Absage von Großveranstaltungen vorgeschlagen - oder ist das einfach nur das Sommerloch?

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