Sonntag, 8. März 2009

Hardware-Kaufberatung: Desktop-PC

Die CeBit ist so gut wie gelaufen; da ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen. Ich ziehe meines in der Form, mal wieder ein paar Empfehlungen für einen neuen PC zu geben. Diese werde ich für die einzelnen Arten von PCs getrennt halten, insofern werden noch Versionen für Notebooks, Netbooks und vielleicht auch für Nettops folgen.

Um nicht unendlich zu schwafeln, will ich mich auf einige Eckdaten, die ein Rechner derzeit je nach Anwendungsfall haben sollte, beschränken.

Office- und Heim-PC
Für die meisten PCs spielt die Rechenleistung de facto gar keine Rolle mehr; interessant wird hier viel mehr der Stromverbrauch. Insofern setzen wir in die Kiste einen Dualcore-Prozessor (ob intel oder AMD ist unterm Strich ziemlich egal) und verwenden ein Mainboard im µATX-Format mit einer möglichst leistungsstarken Onboard-Grafik. Mehr Leistung kostet hier höchstens einen minimalen Mehrpreis bei der Anschaffung. Zu Empfehlen wäre der 780G oder 790GX für AMD-Systeme; für intel kommt eine brauchbare Leistung nicht aus eigenem Hause (die Dinger haben bisher nicht einmal eine funktionierende HD-Video-Beschleunigung), sondern von nVidia, genannt "GeForce 9300 mGPU" oder "9400 mGPU". Ansonsten sollte man noch darauf achten, dass dasd Board über vier Speichersockel verfügt, sonst wird irgendwann der Speicherausbau zur Sackgasse und erfahrungsgemäß kranken völlig veraltete Rechner am ehesten dort.

Irgendwelche Erweiterungskarten sparen wir uns, da alle erforderlichen Komponenten bereits auf dem Board selbst vorhanden sind. Als Arbeitsspeicher rate ich zu 2x 1 oder 2x 2 GB DDR2-800 mit CL4. Mehr bringt nichts, aber Speicher kostet derzeit fast nichts mehr, also nicht unnötig geizen. Als Festplatte ist die "Caviar Green"-Serie von WD zu empfehlen; hier insbesondere das Modell mit 640GB. Dieses hat eine extrem geringe Stromaufnahme von 2,5W, ist aber nur unwesentlich langsamer als normale Modelle mit 7-8W. Falls ein DVD-Brenner geplant ist, erscheinen demnächst (etwa April) Modelle, die eine DVD in zumindest theoretisch knapp unter drei Minuten beschreiben können. Beim Netzteil sollte man nur auf eine Nennleistung von um die 300W und einen Wirkungsgrad von etwa 80% achten; leider gibt es hier keine wirklich besseren Modelle bisher.

Auch mal was Spielen
Will man auf dem PC auch etwas neuere Titel spielen können (bis zu einer Auflösung von etwa 1680x1050 Pixeln und bei ganz neuen Titel gegebenenfalls mit leicht reduzierten Einstellungen), sind nur geringe Änderungen erforderlich. Das grundlegende System bleibt das gleiche, wobei hier über einen Quadcore nachgedacht werden könnte. Wesentlich wichtiger ist eine Grafikkarte der Mittelklasse, wo sich insbesondere ATI Radeon HD 4670 anbietet, da diese im "Leerlauf" sehr wenig Strom verbraucht. Das Netzteil kann in diesem Falle noch das gleiche bleiben.

Schnelle Daddelkiste
Sind die Wünsche an die Spieleleistung größer, muss sich natürlich auch der Rechner hieran anpassen. Für eine Auflösung von bis zu 1920x1200 Pixeln bei maximalen Einstellungen auch für in den nächsten Monaten erscheinende Titel, wenn möglich auch mit 4x oder sogar 8x Antialiasing ist dann doch etwas mehr Leistung erforderlich. Auch in diesem Falle bleibt jedoch ein Quadcore-Prozessor optional. Wesentlich wichtiger ist die Grafikkarte, wo sich GeFoece GTX 260 und 285 bei nVidia und die Radeon HD 4850/4870 bei ATI anbieten. Als Netzteil ist jetzt allerdings ein 400W-Modell zwingend erforderlich, welche es bereits mit einem Wirkungsgrad von 85% und in den nächsten Monaten wohl sogar mit 90% geben wird.

Leistung ohne Ende
Wenn einem auch diese Leistung nicht ausreicht, etwa weil man eine Auflösung von 2560x1600 Pixeln, wie sie an 30 und 32"-Bildschirmen Verwendung findet, befeuern will, muss zur "Holzhammer-Methode" gegriffen werden. In diesem Falle wird ein Quadcore zur Pflicht und als Grafikkarte sind entweder Dual-GPU-Modelle wie die nVidia GeForce 295 oder ATIs Radeon HD 4850 X2 und 4870 X2 oder eine - meist noch etwas schnellere - SLI- bzw. Crossfire-Konfiguration aus einer der im vorherigen Absatz genannten Karten zu empfehlen. Für den Stromverbrauch unterscheiden sich beide Konstruktionen ebenfalls nur minimal. Als Netzteil sollte man jetzt bei 600W auf der sicheren Seite sein. Derartige Modelle sind bereits mit 90% Wirkungsgrad im Handel erhältlich. Beim Mainboard sollte man bedenken, dass mal für SLI bzw. Crossfire zwei PCI-Express 16x-Slots benötigt.

Noch extremere Konstruktionen, bestehend aus drei normalen Grafikkarten bringen noch etwas mehr Leistung, jedoch auch einen nochmals deutlich erhöhten Stromverbrauch. Systeme, in denen zwei Dual-GPU-Karten verbaut werden, fallen hingegen vor allem durch extreme Zuverlässigkeitsprobleme auf und bringen kaum weitere Mehrleistung.

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