Donnerstag, 7. Februar 2008

Brockhaus? Was war das nochmal?

In allen Diskussionen über die Qualität von Wikipedia wird immer wieder mit kommerziellen Enzyklopädien verglichen, allem voran mit der "Brockhaus Enzyklopädie" des gleichnamigen Verlages und mit Microsofts "Encarta". Dabei wird jedoch eines vergessen: Der Umfang beider Werke ist im Vergleich zu Wikipedia geradezu winzig. Dies betrifft weniger die Zahl der Einträge (Brockhaus 300.000, Encarta 50.000, deutschsprachige Wikipedia auch "nur" 700.000, englischsprachige Wikipedia allerdings 2,2 Millionen), als den Umfang der Artikel. So schreibt Microsoft über Encarta, es habe 19 Millionen Wörter - also im Schnitt 380 pro Artikel. Für den Brockhaus werden 33 Millionen Wörter angegeben, was die durchschnittliche Artikellänge auf eher bescheidene 110 Wörter verkürzt. Eben mal einen aktuellen Eintrag aus den ''Kandidaten für Lesenswerte Artikel'' gefischt, der mit einer Länge von 18 kB im Mittelmaß liegen dürfte: Sonnenfinsternis_vom_29._März_2006. Alleine die Einleitung des Artikels hat, so ich mich nicht verzählt habe, 148 Wörter oder eine Länge von knapp 1,2 kB. Die Durchschnittslänge von etwa 3,5 kB (auch schon älter) wird dabei wohl vor allem durch eine große Zahl noch sehr kurzer "Artikelbaustellen" runtergezogen. Was Lesenswert-Status hat (insgesamt inzwischen rund 3500 Artikel) bleibt dagegen selten unter 10 kB. So wir die Wortlänge aus dem Beispiel hierfür ansetzen, wären das etwa 1300 Wörter... Und zumindest bei diesen Artikeln kann man klar sagen, dass Wikipedia _wesentlich_ weiter ins Detail geht, als die beiden kommerziellen Alternativen - mit stark steigender Tendenz. In einigen Jahren werden wir da sicherlich den Brockhaus in dieser Hinsicht nur noch belächeln.

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