Dienstag, 29. Januar 2008

Wikipedia und die Trolle

Trolle gehören zu einer Internet-Community, wie Populismus zur Politik. Dies alleine ist also nichts neues. Überall finden Trolle ein paar Themen, bei deren Erwähnung "Die Post ab geht" - denn eine Community, die es schafft, Trolle nicht zu füttern, ich mir noch nicht unter gekommen. In Wikipedia ist diese Situation allerdings eine besondere: Dort sind *sämtliche* "Regeln" eigentlich nur Richtlinien, also nicht bis ins letzte Detail verbindlich. Zudem sind diese Richtlinien einem ständigen Wandel unterworfen. Dies alles führt - zusammen mit dem offenen Konzept; insbesondere dem Punkt, dass ständig Benutzer kommen und gehen - dazu, dass so ziemlich um jede Richtlinien ununterbrochen diskutiert wird. In diesem System ist auch der Begriff des "Kompromisses" abgeschafft - wenn auch nur ein einzige Benutzer mit einer Lösung nicht einverstanden ist, kommt er einfach mit einem anderen Benutzerkonto wieder an und die Diskussion beginnt von neuem; eine Endlosschleife. Dazu kommt eine kaum weniger bizarre Diskussion um die Auslegung dieser Richtlinien: Obgleich sie nicht verbindlich sind, sondern vielmehr dem Projektziel untergeordnet werden sollen, wird auch hier je nach Benutzer nach dem Grundsatz "Was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt" Überflüssiges in Artikel eingefügt oder nach "Was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten", Unbequemes aus Artikeln entfernt. Greift ein Admin hier ein, handelt es sich _per Definition_ immer um eine persönliche Stellungnahme - das dieser nur von der Aktion im Artikel auf die Diskussion auf der Diskussionsseite umlenken will, ist offenbar für die meisten undenkbar.

In diesem Sinne: Viel Spass beim Trollen!